Herrliche Sommertage am Genfersee

Ende August 2020 sind wir ein paar Tage in die Westschweiz gereist. Ein Kurzaufenthalt in Montreux sowie 2 Tage in Lausanne und Heimfahrt über das Berner Oberland mit Aufenthalt in Thun waren geplant.

Wir fuhren am Vormittag von zu Hause los mit dem Auto über die Autobahn A1 bis Bern und dann weiter auf der A12 und dann auf der A9 bis Montreux. Kurz nach Mittag hatten wir unser Ziel erreicht. Wir parkierten unser Auto in der Tiefgarage des Bahnhofs von Montreux, da das Hotel keine eigenen Parkplätze hat. Das Grand Hotel Suisse Majestic befand sich gleich vis-à-vis des Bahnhofs.

Das gebuchte Zimmer bot eine Superaussicht auf den See. Der Balkon war zwar sehr klein, die Aussicht entschädigte dies jedoch ohne Zweifel. Wir hatten nur kurz Zeit um uns einzurichten, denn wir wollten ja noch auf den Rochers-de-Naye.

Kurz in die Wanderkluft geworfen und sogleich zum nahe gelegenen Bahnhof zum Zug gelaufen. Da wir vom Hotel eine Montreux Riviera Card für die Dauer unseres Aufenthaltes bekamen, war die Fahrt auf den Berg kostenlos. Das hatte uns natürlich riesig gefreut, da sonst Bergbahnen ganz schön ins Geld gehen.

Die Fahrt mit der Zahnradbahn dauerte ca. eine Stunde und auf der Fahrt hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf den See und die umliegenden Berge. Eine sehr schöne Fahrt. Oben angekommen waren wir fast in den Wolken, immerhin auf fast 2000 m. ü. M., die Sicht war etwas getrübt. Wir wanderten oben zuerst zum Alpengarten, dann zum grossen Kreuz, bei den Murmeltieren vorbei und am Schluss zum Aussichtspunkt hinauf. Mittlerweile hatten sich die Wolken verzogen und wir genossen eine wunderbare Aussicht auf den Genfersee.

Mit der Zahnradbahn fuhren wir wieder hinunter nach Montreux, machten uns etwas frisch im Hotel und spazierten der Promenade entlang zum Freddy Mercury Denkmal und noch weiter dem See entlang bis wir eine Lounge am See entdeckten, wo wir uns einen Apéro genehmigten.

Wir haben dann in der Nähe des Hotels im 1820 Restaurant & Cocktails Bar zu Abend gegessen. Aufgrund der warmen Temperaturen konnten wir draussen essen. Das Essen war gut, schön angerichtet, leider war der Service unaufmerksam und wir mussten zu lange warten auf die Weinkarte und danach nochmals auf die Rechnung obwohl fast keine Leute im Restaurant waren.

Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang sind wir zurück in unser Hotel und haben gut geschlafen. Am nächsten Morgen lachte die Sonne in unser Zimmer, der Blick auf den See, herrlich. Das Frühstück konnten wir auf der Terrasse des Hotels einnehmen, ein paar freche Spatzen wollten sich über unsere Gipfeli hermachen, aber wir liessen ihnen keine Chance. Leider gab es wegen Corona kein Buffet, wir bekamen jedoch ein schönes Tablett mit allem was man so zum Frühstück braucht. Eierspeisen konnte man bestellen und den Kaffee konnte man selbst von der Maschine holen. Es war alles sehr gut und das Frühstück mit Blick auf den See – wunderschön.

Nach dem Frühstück spazierten wir noch kurz durch den Jazz Festival Sculpturen Park und am Festival Gebäude vorbei. Dieses Jahr, leider coronabedingt, war nicht viel los in Montreux. Da wir noch eine kleine Wanderung durch die Weinberge des Lavaux machen wollten, mussten wir langsam los. Dazu fuhren wir zuerst nach Cully. Wir stellten das Auto auf dem Parkplatz des Bahnhofs ab und begannen unsere Wanderung am See.

Zuerst führte der Weg etwas am See entlang, dann ging es ein Stück hinauf in die Weinberge. Danach führte der Weg meist eben durch die Weinberge. Das Wetter spielte mit und es war wunderschön durch die grünen Reben zu laufen und die schon fast fertig gereiften Trauben machten uns glustig . Unterwegs war ein kleiner Stand eines Weinbauers und wir konnten ein Gläschen des Rebensaftes probieren, natürlich nicht kostenlos. Wir marschierten ca. 2 1/2 Stunden bis nach Rivaz. Dort besuchten wir das Lavaux Vinorama. Wir genehmigten uns ein Wurstplättli, dazu ein Gläschen Wein, das hatten wir uns nach der kleinen Wanderung verdient. Danach konnten wir uns noch einen Film ansehen über die Weinproduktion. Anschliessend nahmen wir in Rivaz den Zug und fuhren zurück nach Cully, wo unser Auto stand.

Von Cully aus fuhren wir in die Stadt Lausanne. Wir suchten beim Quartier Flon die Tiefgarage, wo wir vom Hotel aus etwas günstiger parkieren konnten. Da wir nicht viel Gepäck dabei hatten, liefen wir vom Parkhaus über die Passerelle zum Hotel in der Altstadt. Für 2 Nächte hatten wir uns im Hotel des Voyageurs einquartiert. Das Hotel ist gut gelegen in der Fussgängerzone, ein nettes kleines Boutiquehotel. Unser Zimmer war schön eingerichtet mit modernem Bad aber die Aussicht war im Vergleich zum Hotel in Montreux nicht das Gelbe vom Ei. Wir sahen lediglich in einen hässlichen Hinterhof, dafür waren wir im Zentrum. Wir blieben ja nicht lange im Zimmer, denn wir wollten ja noch etwas die Stadt erkunden und fürs Abendessen ein Restaurant suchen.

Wir begaben uns in das neue Quartier Flon, wo viele neue Bars und Restaurants sind. Andi hat vor langer langer Zeit 3 Jahre in Lausanne gearbeitet und gewohnt, da war das Flon noch kein Ausgehviertel. Somit sahen wir uns dort nach einer Apéro Bar um, aber es hatte so viele, dass sich die Auswahl als schwierig entpuppte.

die Kathedrale von Lausanne

Zum Abendessen liefen wir in die Altstadt und schauten unterhalb der Kathedrale, ob vielleicht das Le Vieux Lausanne noch einen Platz für uns hatte. Und wirklich wir hatten Glück und bekamen im Garten einen schönen Tisch. Wir assen ausgezeichnet, der Service war sehr freundlich und wir genossen den schönen warmen Sommerabend im Garten. Über die vielen Holztreppen in der Altstadt liefen wir zurück in unser Hotel und schliefen gut in unserem Zimmer zum Hof.

Am nächsten Morgen frühstückten wir im Hotel. Da es während Corona kein Buffet gab mussten wir an der Theke bei der Angestellten angeben, was wir essen wollen. Es hatte wenig Leute im Hotel, so konnte auch der Abstand gut eingehalten werden. Nach dem Frühstück hatte Andi einen Termin in Lausanne der ein paar Stunden dauerte. Ich machte mich auf den Weg durch die Altstadt. Lädelen machte jedoch keinen Spass, mit Maske. Also entschloss ich mich kreuz und quer durch das hügelige Lausanne zu laufen und da und dort ein paar Eindrücke zu sammeln.

Nach dem vielen Herumlaufen begab ich mich zurück ins Hotel und wartete auf Andi. Jetzt wäre ein schöner Balkon mit Aussicht toll gewesen. Endlich kam Andi zurück und wir liefen zu Fuss nach Ouchy. Dazu spazierten wir auf der Promenade de la Ficelle, dem Trassee der alten Zahnradbahn, welche Ficelle genannt wurde, bis hinunter zum See.

Hier ist ein schöner Spazierweg mit viel Grün entstanden. Die neue Metro fährt im Untergrund. In Ouchy spazierten wir dem See entlang, kamen noch beim Olympischen Museum vorbei und schauten uns dort im Garten um, wo viele Skulpturen stehen.

Danach genehmigten wir uns einen Gin-Tonic im Garten des Hotel Château d’Ouchy. Fürs Abendessen hatten wir auf der Terrasse des Hotel du Port reserviert. Vor fast 40 Jahren hatten wir in diesem Hotel übernachtet.

Nach dem sehr feinen Essen fuhren wir mit der Metro zurück nach Flon und begaben uns noch in die Altstadt. Ein kurzer Schlummerbecher draussen und wir gingen zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder abreisen. Doch bevor wir ins Berner Oberland fuhren wollten wir noch das EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne) besuchen. Also fuhren wir von der Tiefgarage mitten in Lausanne hinaus nach Ecublens und spazierten auf dem Gelände der Technischen Universität in Lausanne herum. Das Rolex Learning Center wollten wir von aussen genauer betrachten. Es ist tatsächlich ein ganz spezielles Gebäude, was uns faszinierte. Es hatte wenige Studenten, vermutlich waren noch Semesterferien, so konnten wir uns auf dem Gelände in Ruhe umsehen. Das Gebäude sieht toll aus, aber ob es auch praktisch ist?

Anschliessend fuhren wir nach Morges. Hier soll es eine hübsche Altstadt und ein Schloss geben. Wir parkierten in einer Tiefgarage im Zentrum und schlenderten durch den netten Ort, am Schloss vorbei und zum Hafen.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Thun. Wir fuhren dem See entlang zurück bis Montreux und weiter nach Aigle, von dort über den Col des Mosses nach Château d’Oex. Der Pass führt in ein Skigebiet der Westschweiz und durch eine sehr schöne Berglandschaft. Ein kurzer Bilderhalt von dem Grand Tour Schild und weiter ging es nah an Gstaad vorbei durchs Simmental bis nach Thun.

In Thun angekommen fuhren wir sogleich zum Hotel. Wir hatten mitten in der Altstadt auf der Insel Bälliz das Hotel Freienhof gebucht. Wir sind direkt in die Tiefgarage gefahren, die allerdings eine sehr enge und schmale Einfahrt hat. Das Hotel hat eine sehr gute Lage um Thun zu Fuss zu erkunden.

Das Zimmer hatte einen tollen Ausblick auf die Aare. Die Zimmer sind nicht riesig aber für eine Nacht ausreichend. Die Einrichtung ist etwas speziell mit dem Anbau über dem Bett aber uns hat dies nicht gestört.

Wir haben beim Einchecken die Panoramakarte Thun erhalten, mit der wir die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten. Das machten wir auch und begaben uns sogleich nach dem Zimmerbezug zur Busstation. Wir wollten noch nach Sigriswil über die Hängebrücke.

Nach einer spannenden Fahrt in die Höhe mit dem Bus stiegen wir in Sigriswil aus und liefen zur Hängebrücke. Hier wurde ein Obulus fällig, aber dank der Panoramakarte mussten wir nur die Hälfte bezahlen. Die Brücke ist imposant und verbindet Sigriswil mit Aeschlen. Die Höhe ist schon atemberaubend und faszinierend zugleich. In Aeschlen gingen wir ins Panoramarestaurant und genehmigten uns einen Eiskaffee.

Etwas später nachdem wir die grandiose Aussicht genossen hatten, begaben wir uns in Aeschlen zur Bushaltestelle und fuhren mit dem Bus zurück nach Thun. Wir machten uns kurz frisch und setzten uns an die Tische auf der Strasse vor dem Hotel, wo wir noch den Willkommensdrink zu uns nahmen. Danach schlenderten wir durch das schöne Thun und suchten uns ein Restaurant, wo wir im Freien essen konnten. Wir bekamen gerade noch den letzten Tisch im Restaurant Genuss am Fluss und genossen einen feinen Znacht. (Leider hat dieses Restaurant Ende November 2020 den Betrieb aufgegeben).

Viele Leute waren in der Stadt, die Gartenrestaurants waren alle voll. Wir spazierten durch die vielen Gassen und gönnten uns ein Glas Wein zum Abschluss des Abends in einem kleinen Restaurant am Quai.

Wir haben gut geschlafen und am nächsten Morgen frühstückten wir im Hotel. Es hatte viele Gäste, man konnte sich am Buffet bedienen. Das Frühstück war sehr lecker, mit grosser Auswahl. Im Gegensatz zu Lausanne musste hier keine Maske getragen werden und man konnte sich selber bedienen.

Nach dem Frühstück spazierten wir noch durch Thun, liefen zum Schlossberg hinauf und über eine alte Holztreppe wieder hinunter in die Stadt. Die Altstadt ist wunderschön mit der Aare dazwischen und der Hauptgasse mit den erhöhten Trottoirs. Was wir erst am Ende unserer Entdeckungstour gesehen haben, es gibt von der Hauptgasse einen Lift der bis zum Schloss hinauffährt, dazwischen noch ein Halt bei einer grossen Tiefgarage City Ost Schlossberg. Aber unser Auto stand ja noch in der kleinen Hotelgarage.

Nun wurde es aber Zeit den Heimweg anzutreten. Wir fuhren dem Thunersee entlang bei den Beatus Höhlen vorbei, da müssen wir nächstes Mal unbedingt hin. Die Strasse war eine reine Baustelle, zum Glück hatte es dieses Jahr nicht viele Touristen, so kamen wir trotzdem zügig voran.

erinnerte mich an den Chapmans Peak Drive in Südafrika

In Interlaken fuhren wir auf der Autobahn am rechten Seeufer des Brienzersees vorbei und dann Richtung Luzern über den Brünig Pass. Eine schöne Fahrt an vielen Seen vorbei. Im Laufe der Rückreise verschlechterte sich das Wetter und wir hatten ein paar Regentropfen. Von Luzern aus, wo wir einen kurzen Besuch bei unserem Sohn und Schwiegertochter machten, fuhren wir dann über Hirzel und Ricken nach Hause.

Fazit:

Es war ein toller Kurzurlaub in der Schweiz. Das Wetter spielte mit, was natürlich auch dazu beigetragen hat, dass es uns super gefallen hat. Die Region um den Genfersee bietet sehr viel und man könnte mehr als nur ein paar Tage dort verweilen. Es gibt noch so viel zu entdecken, wir werden dies bei unseren nächsten Ferien berücksichtigen. Die Schweiz ist ein teures Ferienland, aber mit Spezialangeboten in den Hotels und den jeweils abgegebenen Touristenkarten kann man die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen und auch viele Attraktionen sind zum Teil kostenlos oder verbilligt.

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