Winterausflug nach Genf

Nachdem wir im Herbst 2022 Genf krankheitshalber leider nicht besuchen konnten, entschliessen wir uns im Dezember für 2 Tage nach Genf zu reisen, diesmal aber mit dem Zug. Die Fahrt von unserem Wohnort in der Ostschweiz bis nach Genf dauert ziemlich genau 4 Stunden, somit treffen wir gegen Mittag am Bahnhof Genf Cornavin ein. Wir haben das Hotel Bernina direkt am Bahnhof gebucht. Zu unserer Überraschung ist das Zimmer schon fertig und wir können bereits einchecken und das Zimmer beziehen.

Das Hotel ist neu renoviert, die Zimmer schön eingerichtet, das Bad sehr modern und wir haben sogar Sicht auf den Jet d’Eau. Wir stellen nur kurz unser Gepäck ab und begeben uns sogleich in eine nahgelegene Brasserie zum Mittagessen und genehmigen uns einen Flammenkuchen und ein Panaché.

Nach der kleinen Stärkung begeben wir uns auf Stadterkundung. Wir waren vor vielen Jahren einmal im Sommer in Genf beim Fêtes de Genève, hatten aber keine Zeit die Stadt zu besichtigen und einmal waren wir am Autosalon, da war auch keine Zeit für Stadterkundung. Deshalb freuen wir uns und sind gespannt was denn Genf so alles zu bieten hat. Unser erstes Ziel ist der See und der Blick auf den Jet d’Eau. Die Wasserfontäne ist das eigentliche Wahrzeichen von Genf. Leider ist das Wetter nicht so toll, es ist wolkenverhangen und es beginnt leicht zu regnen.

Als halbe Österreicherin interessiert mich natürlich die etwas eigenwillige Sisi-Statue und der Ort an dem die Kaiserin von Österreich im Jahre 1898 ermordet wurde sowie ein von der Stadt Wien gespendeter Brunnen. Wir schlendern weiter am See entlang und passieren das Brunswick Denkmal, ein Grabmal, das an Herzog Karl II. von Braunschweig erinnert, der nach seinem Tod der Stadt Genf sein Vermögen vererbt haben soll.

Wir spazieren weiter dem See entlang zur Mündung der Rhone und laufen über einen Fussgängersteg und kommen so in die Altstadt von Genf. Die Altstadt ist sehr gepflegt und verfügt über viele kleine Läden, Plätze mit vielen Restaurants, die grosse Kathedrale und das Rathaus sowie das Artilleriemuseum in dem alte Kanonen und Mosaike zu sehen sind. Gleich daneben ist das Rathaus von Genf (Hôtel de Ville) mit einem sehr schönen Innenhof. Ausserdem sehen wir uns gleich gegenüber die Maison Tavel an, ein kostenloses Museum welches die Stadtgeschichte veranschaulicht und im obersten Stockwerk ein Bronzemodell der Stadt Genf um das Jahr 1850 beherbergt. Die Maison Tavel soll das älteste noch existierende Wohnhaus von Genf sein aus dem 14. Jahrhundert.

Nachdem wir das Museum besichtigt und l’ancien Arsenal gesehen haben laufen wir weiter zur Promenade de la Treille. Dort soll die längste Parkbank der Welt stehen. Die Aussicht ist sehr schön, leider sitzt niemand auf der Bank, denn sie ist nass vom Regen. Wir geniessen die Aussicht auf die umliegenden Berge und laufen zurück in die Altstadt.

Wir kommen bei der protestantischen Kathedrale Saint Pierre vorbei und sehen uns diese noch an. Innen ist sie karg, wie reformierte Kirchen halt sind. Wir besteigen den Turm, da die Aussicht von hier oben sehr empfehlenswert ist. Über eine enge Wendeltreppe mit 157 Stufen gelangt man auf die 2 Türme, die eine tolle Rundumsicht bieten. Das kostet 5 Fr., die sich aber lohnen, da man eine tolle Sicht auf die Stadt hat.

Die angrenzende Makkabäerkapelle ist im Gegensatz zur Kathedrale sehr farbenfroh gestaltet.

Als wir die Kirche verlassen ist es schon fast dunkel. Wir laufen zurück zum See und kommen noch beim Jardin Anglais vorbei und sehen die bekannte Blumenuhr. Ausserdem ist im Park ein Weihnachtsmarkt durch den wir kurz durchschlendern. Langsam wird Zeit etwas Essen zu gehen. Für diesen Abend entschliessen wir uns nahe dem Hotel in ein chinesisches Restaurant zu gehen.

Wir haben nicht besonders gut geschlafen. Im Zimmer war es zu heiss, fast 26 Grad und wir konnten die Temperatur nicht regulieren also mussten wir das Fenster öffnen wodurch wir durch Lärm gestört wurden. Wir meldeten dies am nächsten Morgen an der Reception und sie meinten nur die neue Heizung sei noch nicht richtig eingestellt.

Für heute haben wir ein Tagesticket mit dem öffentlichen Verkehr (Geneva Transport Card) bestellt, welche man kostenlos bekommt, wenn man in Genf in einem Hotel übernachtet. Also fahren wir nach dem Frühstück direkt zum Place de Nations. Wir schauen uns die Skulptur Broken Chair an, die an Opfer von Landminen erinnern soll. In das UNO Gebäude kommt man nur mit einer Führung. Wir wollen allerdings nicht anstehen und haben zu wenig Zeit um das so vertieft zu besichtigen. Wir spazieren durch den angrenzenden Park zum Ariana Museum, kommen vorbei am Hauptgebäude des internationalen Roten Kreuzes und machen ein paar Fotos vom UNO Gebäude von aussen.

Wir fahren mit der Strassenbahn zurück ins Zentrum und kommen bei der Oper und dem Musikkonservatorium vorbei, ausserdem beim Reformationsdenkmal. Wir statten dem Plainpalais einen Besuch ab, hier gastiert gerade der Weihnachtszirkus. Ausserdem laufen wir über die Hans Wilsdorf Brücke, welche über die Arve führt zur grossen Rolex Fabrik und von dort aus fahren wir mit der Strassenbahn nach Carouge, einem herzigen Aussenquartier von Genf. Hier genehmigen wir uns in einem Café eine Pause bei Kaffee und Kuchen.

Danach fahren wir mit der Strassenbahn hinaus zum Kernforschungsinstitut CERN. Wir schauen uns im Besucherzentrum um, ein spannendes Gelände, wo allerdings noch fleissig gebaut wird. Nach so viel Wissen fahren wir zurück zum Hotel.

Für den Abend haben wir auf dem Place du Bourg-de-Fours in einem Restaurant einen Tisch reserviert. Hier geniessen wir ein leckeres Abendessen und spazieren anschliessend durch die beleuchtete Stadt zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen sehen wir uns noch die Basilika Notre Dame de Genève gleich beim Bahnhof an und danach geht es wieder mit dem Zug nach Hause.

Genf hat uns gut gefallen, die Stadt ist auf jeden Fall eine Reise wert.

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