Dinant – Durbuy – Lüttich

Im Juni 2023 beschliessen wir eine Rundreise durch Belgien zu machen. Auf der Anreise bleiben wir für einen Zwischenhalt im schönen Luxemburg und verbringen dort 2 Tage. Dann fahren wir nach Belgien, besuchen zuerst das äusserst hübsche Städtchen Dinant in den Ardennen, das malerisch an der Maas liegt. Der imposante Felsen mit der Festung und die gotische Stiftskirche Notre Dame verleihen dem Städtchen einen einzigartigen Anblick.

Schon die Anfahrt von Süden durch den Bayard-Felsen ist spektakulär. Der Ausblick von der Brücke Charles de Gaulle im Zentrum bietet ein tolles Fotomotiv. Die Saxophone auf der Brücke sind Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophon gewidmet, der hier in Dinant lebte. Wir beschliessen mit der Seilbahn hinauf zur Festung zu fahren um die Aussicht von oben zu bestaunen.

Die Aussicht von der Festung ist phantastisch. Auf der linken Seite sieht man ganz Durbuy, auf der rechten Seite Leffe. Die Festung selber bietet eine interessante Ausstellung mit Kanonen, allerlei Militärutensilien und einen schrägen Schützengraben, der ganz eigenartig zu begehen ist. Nach diesem Rundgang fahren wir wieder mit der Seilbahn hinunter, man könnte auch die Treppen hinunterlaufen, aber wenn schon eine Seilbahn da ist, dann wollen wir diese auch nutzen. Unten schauen wir noch in die Kirche hinein und anschliessend gibt es das 1. belgische Bier.

Dann müssen wir weiter, denn wir wollen noch eine weitere kleine Stadt besuchen.

Durbuy

Die kleinste mittelalterliche Stadt Belgiens, die wollen wir uns unbedingt ansehen. Wir parkieren unser Auto am Stadteingang und laufen zu Fuss ins Zentrum.

Mittlerweile haben wir etwas Hunger und beschliessen im Gartenrestaurant etwas Kleines zu essen. Hier gibt es feine Crèpes, die wollen wir probieren. Sie sind sehr lecker und stillen den kleinen Hunger. Danach spazieren wir zum Antikline, einen Felsen mit einer Gesteinsschicht von über 375 Millionen Jahre. Der Park drumherum ist sehr schön gemacht.

Durch den herausgeputzten Ort mit den alten Steinhäusern laufen wir wieder zurück zum Auto und nehmen noch die letzte Etappe für heute unter die Räder und fahren nach Lüttich. Durbuy hat uns gut gefallen, ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Lüttich / Liège

Von Durbuy kommend brauchen wir nicht lange bis zur Stadt Lüttich. Wir fahren der Maas entlang bis wir ins Zentrum gelangen, wo wir unsere Unterkunft für 2 Nächte gebucht haben. Das Auto stellen wir in die Parkgarage Saint Denis für € 16.–/Tg. Diesmal haben wir ein Apartment bei Amosa Liège City Center gebucht mit Frühstück im angrenzenden Hotel. Da bei der gemieteten Wohnung der Lift schon seit Wochen nicht funktioniert und uns dies bei der Reception nicht mitgeteilt wurde, liefen wir mit dem ganzen Gepäck zuerst zum Vordereingang, um zu sehen, dass der Lift nicht ging. Also wieder zurück zur Reception. Dann ging es in eine hässliche Hinterhofgasse und durch den Hintereingang und einer sehr schmalen Treppe hinauf zur Wohnung im 2. Stock mitsamt dem Gepäck. Das war nicht gerade toll und wir ärgerten uns schon mal. Die Wohnung war modern eingerichtet und schön gross, die Betten sogar sehr bequem. Die Küche war, man möchte sagen, misshandelt worden. Von aussen hui, von innen pfui. Ich hätte hier nichts im Backofen backen wollen, die Kühlschranktür hing schief in der Angel, die Türe musste man immer anheben zum Schliessen, der Geschirrspüler stank erbärmlich und der Dampfabzug war wohl noch nie gereinigt worden. Aber zum Glück hatten wir ja nicht vor hier etwas zu kochen.

Wir machten uns nur kurz frisch und sind dann in die Stadt gegangen um etwas fürs Abendessen zu suchen. Ganz Lüttich ist im Moment eine Baustelle, fast alle Strassen durchs Zentrum sind aufgerissen weil eine neue Strassenbahn gebaut wird. Wir finden ein Restaurant in dem wir die Lütticher Bulletten probieren können. Diese schmecken wirklich gut, aber für eine Portion recht gross mit 2 Bulletten und dazu gab es natürlich Pommes-frites. Danach sind wir noch durch das Carré, Ausgangsviertel von Lüttich spaziert. Wenn es nicht ausgerechnet Montag wäre, ist hier sicher viel los. Aber Montags sind die meisten Bars und Restaurants geschlossen.

Am nächsten Morgen konnten wir das Frühstück im Hotelrestaurant einnehmen. Das war ganz ok. Wir haben uns dann auf den Weg gemacht zum Spaziergang zu den Terrasses des Minimes, von wo man eine schöne Aussicht hat. Der Weg wurde uns vom Herrn an der Reception empfohlen und erklärt, da er nicht leicht zu finden ist. Zuerst sind wir jedoch zum Fürstbischöflichen Palast und haben uns diesen von aussen und den Innenhof, leider ein Parkplatz, angesehen.

Dann sind wir diesen Weg zu den Aussichtsterrassen gegangen. Der Weg startet bei einem Wohngebäude, man könnte meinen das sei ein privater Eingang, aber nein, über Treppen kommt man dann zu den Terrassengärten.

Die Aussicht ist ganz nett, man geht dem Weg einfach weiter über Treppen rauf und Treppen runter und durch enge Gassen und kommt dann zu der Treppe Montagne de Bueren. 374 Stufen führen hinauf zur Zitadelle. Natürlich kraxeln wir da hinauf, ganz schön anstrengend.

Von oben hat man eine tolle Aussicht auf Lüttich. Wir laufen noch weiter hinauf zum Denkmal und dann oben weiter bei der Zitadelle vorbei. Wir kommen durch einen Wald und dann über Wiesen und irgendwo sind wir dann falsch abgebogen und sind in einem Aussenquartier gelandet. Von dort laufen wir aber wieder alles zurück ins Zentrum. Jetzt ist Zeit für eine Gaufrette von Sapperlipopette und ein belgisches Bier.

Nach diesem langen Spaziergang wollen wir es uns etwas gemütlicher machen und nehmen ein Schiff. Mit der Navette Fluviale fahren wir ein paar Stationen. Vom Schiff aus hat man auch eine prächtige Aussicht auf Lüttich mit seinen Museen, den Palais Curtius, die alte Post und den neuen Finanzturm.

Wir fahren mit dem Schiff bis Guillemins und laufen von der Schiffsanlegestelle zum Bahnhof. Aber auch hier sind die Strasse aufgerissen, denn die neue Strassenbahn wird irgendwann mal hier durchfahren. Der Bahnhof, ein Gebäude von Calatrava ist sehr schön anzusehen. Aktuell mit einer farbigen Installation.

Vom Bahnhof aus spazieren wir wieder zurück ins Zentrum. Wir kommen durch den schönen Avroy Park vorbei, wo es Wildgänse hat und an der alten Kirche Saint Jacques, die im Innern ein sehr schönes Gewölbe hat.

Danach geht es noch ein Stück weiter ins Zentrum. Jetzt haben wir mächtig Hunger und genehmigen uns einen Apéro und ein paar Tapas. Fürs Abendessen haben wir heute reserviert, wir wollen Charbonnade essen gehen.

Das Charbonnade war richtig lecker. Die Rooftopbar im Anschluss war alles andere als wir uns unter einer Rooftopbar vorstellen, aber sie war auf dem Dach. Ein schöner Tag geht zu Ende, wir haben viel gesehen. Lüttich ist zwar nicht die schönste Stadt in Belgien aber durchaus mal einen Besuch wert. Morgen geht es weiter nach Löwen und Brüssel.

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