Antwerpen

Auf unserer Rundreise durch Belgien kommen wir nach den Orten Lüttich und Brüssel in die Hafenstadt Antwerpen. Wir fahren am Morgen vom Hotel in Brüssel wieder mit der Metro zur P+R Ceria-Coovi und fahren von dort mit dem Auto weiter nach Antwerpen. Das Parken kostete uns € 30.–, immerhin weniger als im Zentrum.

Die Strecke bis Antwerpen dauert knapp 2 Stunden, wir machen jedoch noch einen kurzen Halt in Grimbergen.

Wir laufen kurz durch das kleine Grimbergen, schauen in die Abtei hinein und auch kurz bei der Brauerei vorbei. Eine Besichtigung machen wir nicht aber wir trinken etwas in der Bar. Dann fahren wir wieder weiter Richtung Antwerpen. Auch für Antwerpen hatten wir im voraus die LEZ – Genehmigung beantragt, was übrigens kostenlos ist. Trotzdem machen wir es wieder gleich wie in Brüssel und parkieren im P+R Linkeroever und fahren mit der Strassenbahn ins Zentrum. Auch dies klappt wieder bestens, wir können sogar einen Parkplatz in voraus reservieren, aber als wir ankommen ist das Parkhaus halb leer. Hier ist parken günstiger als in Brüssel wir zahlen für die 3 Tage nur ca. € 7.–. Mit der Strassenbahn fahren wir bis zur Oper, denn unser Hotel ist gleich über die Strasse. Wir haben für 3 Nächte das B&B Hotel Antwerpen Centrum gebucht. Die Reception ist hier im obersten Stockwerk, wir müssen unten am Eingang läuten und werden dann hineingelassen und mit dem Lift in den obersten Stock fahren. Die Zimmer sind klein, modern eingerichtet, zweckmässig und sauber, ohne Schnick-Schnack, aber für uns passt es für 3 Nächte. Betten sind bequem, das ist die Hauptsache. Die Aussicht vom Zimmer auf die Oper ist auch nicht ohne.

Für den Eingang an der Strasse bekommt man einen Code, so kann man jederzeit rein. Wir machen uns auch gleich auf den Weg um die Stadt zu erkunden. Zuerst wollen wir uns den berühmten Bahnhof von Antwerpen ansehen.

Wir sind vom imposanten Bahnhof beeindruckt. Zu recht wird er von den Einheimischen Eisenbahnkathedrale genannt. Nach einem kurzen Rundgang laufen wir wieder zurück durch die Keyserley auf die Meir, die Einkaufsstrasse von Antwerpen. Unterwegs genehmigen wir uns noch eine Crêpe Chocolat. Lecker.

Wir kommen beim Stadtfestsaal vorbei und schauen hinein. Ein schönes Gebäude, ohne Zweifel, wir dachten zuerst es sei eine Mehrzweckhalle für Veranstaltungen aber nein, ein Luxusshopping-Center soll es sein. Etwas weiter kommen wir schon zum Groenplatz mit der Rubens-Statue vorbei, dann bei der riesigen Kathedrale unserer lieben Frau und gleich um die Ecke ist der Grote Markt mit dem Stadthaus und dem Brabobrunnen sowie den schönen Giebelhäusern.

Wir haben natürlich herrlichsten Sonnenschein, alles ist draussen, die Restaurants haben alle ihre Tische draussen aufgestellt und ganz Antwerpen geniesst das tolle Wetter. Nach einem Apéro wird es Zeit etwas fürs Abendessen zu suchen. Nicht einfach, wenn alle unterwegs sind und dasselbe wollen. In einer Pizzeria werden wir fündig und erhalten einen Tisch drinnen aber vor einem grossen geöffneten Fenster. Heute bestellen wir Pizza und Pasta. War sehr gut.

Auch hier wollen wir uns nach dem Essen den beleuchteten Groten Markt ansehen. Wir müssen aber noch etwas warten bis es richtig dunkel wird und laufen noch hinunter zur Burg Steen.

Dann ist es endlich dunkel und die Gebäude sind beleuchtet, aber nicht so pompös wie in Brüssel, wir sind etwas enttäuscht, aber gut, es sieht auch schön aus. Etwas später fahren wir müde mit der Strassenbahn zurück zum Hotel.

Am nächsten Morgen, nach dem guten Frühstück im obersten Stock des Hotels mit tollem Blick auf die Stadt, machen wir uns auf den Weg mit dem Tram zum Hafenhuis.

Beim Anblick dieses Gebäudes verschlägt es einem den Atem. Wow – was für ein Kunstwerk hat die Architektin Zaha Hadid hier geschaffen. Schade ist sie so früh verstorben. Wir umrunden das Gebäude, machen Fotos von allen Seiten und sind fasziniert von dieser Mischung aus alt und modern.

Wir finden die Hand des Riesen Antigon, die Brabo abgeschlagen hat, der Sage nach und schauen einer Zugbrücke zu. Dann fahren wir mit dem Tram ein Stück zurück und laufen zum MAS, Museum an de Stroom. Dort wollen wir uns die Aussicht von der Dachterrasse ansehen. Diese ist über viele Rolltreppen kostenlos zugänglich. Auf jedem Stock hat es Ausstellungsräume, diese kosten jedoch Eintritt. Wenn man genug Zeit hat oder das Wetter schlecht ist, wären diese sicher interessant. Von der offenen Dachterrasse im 10. Stock hat man einen spektakulären Rundumblick über Antwerpen.

Wir geniessen die Aussicht und fahren dann die Rolltreppen wieder runter. Mit der Strassenbahn geht es zurück ins Zentrum der Stadt. Wir schlendern durch die Gassen und entdecken den Eingang zum Vlaaikensgang, ein verwinkelter Durchgang aus dem 15. Jahrhundert. Den müssen wir uns ansehen. Es geht durch mehrer Häuser durch, mitten durch ein Restaurant und man kommt durch kleine Hinterhöfe. Spannend.

Jetzt wollen wir uns noch den Sint Annatunnel ansehen. Dieser 100-jährige Fussgängertunnel soll unter der Schelde hindurchführen. Da sind wir ja gespannt.

Eine alte Holzrolltreppe führt hinunter und dann geht es schnurgerade unter dem Fluss durch. Velofahrer dürfen auch durchfahren. Auf der anderen Seite, dem Linkeroever, führt eine alte Rolltreppe wieder hinauf. Oben hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt.

Nach soviel Sightseeing ist es Zeit für, na was wohl – genau – ein Bier. Ich muss gestehen, ich bin absolut kein Biertrinker, aber ich habe in Belgien das eine oder andere Kriek (Kirschenbier) oder sonstiges Fruchtbier probiert und es war gar nicht so übel, für mich. Unser Sohn war natürlich absoluter Fan des belgischen Biers. Er hat alles mögliche ausprobiert.

Für heute abend haben wir einen Tisch in einem ganz speziellen Restaurant reserviert. Wir essen heute in der Kirche, im Elfde Gebod. Für das Gefühl in einer Kirche zu essen, müssen wir natürlich drinnen essen, obwohl es sehr heiss ist und draussen vermutlich angenehmer wäre. Dafür hat es drinnen fast keine Leute, sitzen ja alle draussen. Das Essen ist gut, die Atmosphäre scheinheilig und die Kellnerin super nett.

Danach schlendern wir noch durch die proppenvolle Stadt, es ist Samstag, alles ist unterwegs. Wir spazieren entlang dem Scheldekay, kommen an der Burg Steen vorbei und sehen dem schönen Sonnenuntergang zu.

Nach einem Schlummerbecher nehmen wir wieder das Tram zurück zum Hotel und sind froh, können wir die Beine hochlagern.

Am nächsten Morgen, Sonntag, fahren wir nach dem Frühstück zum De Koninck Stadtbrauereimuseum. Da am Sonntag in der Brauerei selber niemand arbeitet, ist es leider nicht so toll, man sieht ja nicht die Herstellung des Biers. Das Museum selber ist ganz witzig gemacht, mit sprechenden Bildern, welche die Familiengeschichte erzählen, einem „selbstfahrenden“ Transporter mit dem man Bier ausfährt und natürlich kann man sich ein Bier selber abzapfen, nachdem man schon eines beim Eingang bekommen hat.

Heute wollen wir es etwas gemütlicher angehen. Es ist wieder sehr heiss, fast 30 Grad. Ich weiss gar nicht wozu wir die warmen Jacken und Regensachen mitgenommen haben. Mit der Strassenbahn fahren wir bis zum Bahnhof und sehen uns noch das Diamantviertel an. Es ist Sonntag, nicht viel los hier, die Läden sind geschlossen.

Wir laufen über den Bahnhofsplatz und sehen ein chinesisches Tor, China Town? es stellt sich heraus, dass in dieser Strasse ein paar chinesische Restaurants sind, mehr nicht. Das Chocolate Museum wäre noch an der Ecke, aber es ist so heiss, wir haben absolut keine Lust auf Schokolade. Aber eine Waffel mit Erdbeeren, die passt.

Gegen Abend begeben wir uns wieder mit der Tram ins Zentrum. Wir gehen heute mal chinesisch essen, endlich was ohne Pommes-frites als Beilage.

Das war wirklich sehr lecker und danach schlendern wir noch durch Antwerpen. Wir sehen uns noch die Statue von Nello und Patrasche an, eine traurige Geschichte aus „Ein Hund aus Flandern“.

Unser Lieblingsschild in Flandern. Tönt so lustig.

Mit der Tram geht es wieder zurück zum Hotel und morgen fahren wir nach Brügge.

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