Beppu / Japan

Von Fukuoka fuhren wir mit dem Sonic Express in 2 Stunden nach Beppu. Im Zug kosteten wir von unserer mitgebrachten Bento-Box und verpflegten uns so wie die Japaner. Als der Zug in einem Bahnhof in die andere Richtung weiterfuhr, wurden alle Sitze gedreht und jeder sass wieder in Fahrtrichtung. Praktisch. Das Hotel für eine Nacht war ganz in der Nähe des Bahnhofs, hatte aber seine besten Jahre schon hinter sich. Wir hielten uns ja nicht lange im Zimmer auf, denn wir spazierten durch den japanischen Kurort mit den heissen Quellen und suchten das älteste Onsen der Stadt auf, das Takegawara Onsen.

Das 1879 erbaute Takegawara Onsen sah von aussen sehr schön und authentisch aus. Aber innen konnten uns die Bäder nicht überzeugen, das Bad wurde augenscheinlich noch nie renoviert und sah durch das Thermalwasser dementsprechend alt aus. Ein Sandbad wäre eine Alternative gewesen, unser Reiseleiter entschied jedoch ein anderes Onsen, was moderner war aufzusuchen. So gingen wir ins Kaimonji Onsen. Dort konnten wir das erste Mal in einem heissen, sehr heissen Bad eintauchen. Gut haben uns die Frauen im Bad ins richtige Becken gelotst. Das eine war nämlich sehr heiss, über 40 Grad, das andere lauwarm, so um die 40 grad, ich weiss es nicht mehr so genau. Es war auf jeden Fall ungewohnt heiss. So ein paar Minuten liess es sich aushalten im „kühleren“ Becken. Die ganze Waschprozedur am Anfang auf den kleinen Hockern war schon lustig. Frauen und Männer sind hier strikt getrennt, man badet ohne Bekleidung und das Ganze dauert höchstens eine halbe Stunde, länger hält man es am Anfang eh nicht aus. War aber ein tolles Erlebnis, das zu einem Japanbesuch dazugehört.

Mit roten Köpfen gingen wir dann zurück zum Hotel. Wir hatten nur kurz Zeit um uns auszuruhen, denn schon ging es weiter zum Abendessen. Das Abendessen war meistens im Reisepreis schon inkludiert, so hatten wir auch nicht die Qual etwas suchen zu müssen. Macht bei einer Erstreise in Japan sicher Sinn bis man mit den Gepflogenheiten vertraut ist. Unser Reiseleiter hatte wieder ein schönes, kleines Restaurant ausgesucht. Da es in Japan generell keine grossen Tische für Gruppen in den Restaurants gibt, mussten wir uns aufteilen. Gegessen haben wir Salat, Sashimi und Tempura, was sehr lecker war.

Nach dem Essen sind wir noch etwas durch Beppu spaziert, am Meer entlang und beim Beppu Tower vorbei, haben in einer Bar noch einen Gin Tonic getrunken und sind dann ins Hotel. Die Getränkeautomaten, die überall stehen fanden wir praktisch und nicht so teuer wie bei uns.

Am nächsten Morgen, nach einem Frühstück, dass so gar nicht unseren Geschmack getroffen hatte fuhren wir mit dem Bus zu den „Höllen von Beppu“. Unterwegs sah man überall Dampf aus der Erde steigen, da waren wir doch gespannt, was uns da erwartete.

Wir besichtigten die Meerhölle Umi Jigoku, die mit ihrem 98 Grad ganz schön dampfte. Das rötliche Wasser stank sehr nach Schwefel. In der Meerhölle wurden sogar Eier und Pudding gegart. Wir sind dann noch zu dem daneben liegenden Oniishi Bozu Jigoku gegangen, dort gab es blubbernden Schlamm. Auch diese „Hölle“ war faszinierend. Man könnte dem stundenlang zusehen. Hier hätte man auch ein Fussbad nehmen können. Leider mussten wir bald darauf wieder mit dem Bus zurück zum Bahnhof und von dort ging es mit dem Shinkansen nach Hiroshima, unserem nächsten Ziel.

Am Bahnhof deckten wir uns mit einem Snack ein und genossen die schnelle Fahrt nach Hiroshima.

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