
Nach dem Ausflug nach Nara kamen wir schon am Vorabend in Kyoto an. Nun galt es die alte Kaiserstadt mit ihren unwahrscheinlich vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Frühmorgens nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus zum schönsten und bekanntesten und dementsprechend gut besuchten Tempel von Kyoto dem goldenen Pavillion, Kinkakuji. Wir hatten noch Glück und mussten beim Eingang nicht lange warten und konnten das Gelände zügig betreten. Vor den Fotospots sammelten sich allerdings schon die vielen Besucher und man musste etwas anstehen um ein Foto ohne Menschen machen zu können.







Man lief auf einem vorgegebenen Weg und sah somit den Pavillon von allen Seiten. Mit etwas Glück konnte man gute Fotos machen, ohne Menschenmassen. Der Park ist relativ klein, sodass man schnell durch war. Innen kann der Pavillon nicht besichtigt werden. Er ist wirklich schön und mit echtem Blattgold verziert. Die Lage an einem kleinen See und mitten im Grünen macht ihn zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Japan.


Was wir an Japan so schätzten waren die überall an jeder Strassenecke, bei jeder Sehenswürdigkeit, aufgestellten Getränkeautomaten, welche auch nicht so teuer waren wie bei uns die Automaten. So konnte man immer und überall ein günstiges Wasser bekommen. Hier probierte ich auch ein Macha-Vanille-Soft-Ice. Ich bin zwar nicht so ein Grüntee-Fan aber das war wirklich sehr sehr gut.






Nach dem Kinkakuji besuchten wir den Wara-Tenjingu Schrein nur ein paar Schritte vom Goldenen Tempel entfernt. Dieser Schrein wird aufgesucht um für eine gute und sichere Geburt zu beten sowie gutes Wachstum des Kindes. Da wir ja kurz vor unserer Japanreise einen Enkel erhielten, konnten wir an diesem Schrein etwas spenden und ein Amulett kaufen für die gute Gesundheit des Babys.











Danach spazierten wir weiter zum Kitano-Tenman-gu Schrein. Eine recht grosse Anlage mit vielen Gebäuden. Da es Samstag war sah man auch viele Einheimische in traditionellen Gewändern, auch Kinder, das sah richtig schön aus. Nach diesen Tempeleindrücken hatten wir etwas Hunger und unser Reiseleiter ging mit uns in ein Restaurant wo es einen Sushi-Train gab. Das war wirklich lustig. Man bestellte seine Sushi per Tablett am Tisch und wenn das Bestellte im Anmarsch war klingelte das Tablett und machte einen darauf aufmerksam, dass jetzt das bestellte Teil gleich ankommt. Im Vorbeifahren fischte man seinen Teller runter und genoss das wirklich sehr gut zubereitete Sushi bis es wieder klingelte und das nächste angebraust kam. Es gab nicht nur Fisch, Andi bestellte mal einen Hamburger-Sushi und sogar Vermicelles zum Dessert konnten bestellt werden.






Danach zahlte man pro Teller seine Rechnung, rsp. unser Reiseleiter zahlte dies. Das Mittagessen war im Reisepreis inbegriffen. Frisch gestärkt fuhren wir mit dem Zug in etwa 50 Minuten nach Arashijama. Ein umtriebiges Viertel mit vielen kleinen Läden und Restaurants begrüsste uns. Wir liefen über eine schöne Holzbrücke zum Eingang des Affenparks. Hier liefen wir stetig bergauf bis zu einem Aussichtspunkt und vielen Affen.









Die Aussicht über die Stadt war ganz nett, die Affen süss aber das hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht. Es ging ganz schön steil bergauf und wir waren nicht lange da oben schon musste man wieder hinunterlaufen. Unten angekommen ging es dann noch in den Bambuswald. Der war schön anzusehen, aber viele Menschen die durchliefen und der Wald eigentlich recht klein. Gut auch diesen Programmpunkt abgehakt, dann ging es mit dem Zug wieder zurück ins Stadtzentrum.







Mittlerweile war es schon gegen Abend und eine kleine Pause wäre nicht schlecht. Wir bekamen eine knappe Stunde und dann gings wieder weiter ins Zentrum zum Abendessen. Wir wollten heute Shabu-Shabu essen gehen, denn heute war jeder selber für das Abendessen zuständig. Der Reiseleiter führte uns zu einem Restaurant im unteren Stock und fragte nach ob es hier Shabu-Shabu gäbe und ob es noch Platz hatte. Wir hatten Glück und konnten uns mit einem sehr leckeren Shabu-Shabu den Bauch vollschlagen. Das Restaurant hatte nur Platz für 7 Personen und so konnten wir in kleiner, gediegener Atmosphäre essen. Der Kellner sprach kein Englisch aber auch er bediente sich dem Google Translater und so bekamen wir was wir gerne wollten, es war eine tolle Erfahrung und alles hat bestens geschmeckt. Das Restaurant hätten wir alleine vermutlich gar nicht erst gefunden.







Nach dem leckeren Essen schlenderten wir durch das Viertel Gion, sahen ab und an eine Maiko oder Geisha vorbeihuschen. Aber die waren so schnell, da konnte man nicht einmal das Handy aus der Tasche nehmen. Immerhin hatten wir so ein paar Wenige zu Gesicht bekommen. Die Gassen in Kyoto mit den alten Holzhäusern waren sehr schön anzusehen.


Wir hatten dann noch in einer Rooftop-Bar etwas getrunken, was allerdings nicht so toll war, wir waren die einzigen Gäste. Schliesslich fuhren wir mit dem Bus zum Hotel zurück und fielen müde in die Betten.
Am nächsten Morgen war wieder frühes Aufstehen angesagt. Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus zur Burg Nijo. Da wir früh unterwegs waren mussten wir auch nicht anstehen für den Eintritt. Die Anlage ist riesig in einem sehr schönen Park verteilt. Zuerst ging es durch das wunderschöne, reich verzierte Eingangstor Karamon. Dann mussten wir für die Besichtigung des Ninomaru Schlosses die Schuhe ausziehen. Auf dem Rundgang kam man durch einige Räume die mit schönen Wandmalereien verziert waren und Tatami-Matten am Boden hatten. Möbel waren keine drinnen. Der Boden in den Gängen quitschte beim Betreten. Bei so vielen Touristen war dies ganz lustig anzuhören. Der sogenannte Nachtigallenboden warnte den Shogun vor allfälligen Eindringlingen. Im Innern durfte man leider keine Fotos machen, das wurde streng kontrolliert.





Nach dem Rundgang sahen wir uns im wunderschönen Garten um und kletterten auf den Wehrturm, von wo man einen guten Überblick über das Gelände hatte. Eine wirklich schöne Anlage.








Nach dieser Besichtigung hatten wir endlich einen freien Nachmittag, den wir nach Lust und Laune verbringen konnten. Da es bekanntlich in Kyoto unzählige Tempel und Schreine gibt und noch mehr Sachen, mussten wir uns für etwas entscheiden. So fuhren wir mit dem Bus wieder zurück zum Hotel, besuchten einen Supermarkt und kauften uns einen kleinen Snack. Im Supermarkt sahen wir so allerhand, z.B. die sorgfältig eingepackten Früchte und die kleinen Fischchen, die es zum Frühstück bei der Gastfamilie gab. Es gab auch Sushi und dünn geschnittenes Rindfleisch. Wir entschieden uns für die mega leckeren Vermicelles.







Anschliessend fuhren mit dem Bus zum Kiyomizu-dera Tempel. Wir waren allerdings nicht allein. Diesen Tempel wollten gefühlt 100’000 andere Touristen und Einheimische auch besuchen. Also reihten wir uns in die Schlange ein, die durch die Anlage spazierte. Immerhin kostet dieser Tempel keinen Eintritt.













Man lief eine enge Gasse hinauf zum Eingangstor dann immer wieder ein paar Treppen hoch bis man auf der grossen Holzterrasse stand und die herrliche Aussicht auf Kyoto geniessen konnte mit 100 anderen. Unterstützt von einer traditionellen japanischen Holzkonstruktion ohne Verwendung von Nägeln schwebt die Terrasse 13 Meter über dem Boden. Man lief dann weiter zum nächsten Aussichtspunkt dem Okunion. Auch von hier konnte man schöne Fotos machen von der Terrasse und Kyoto. Der Weg führte weiter in einen kleinen Wald und dann langsam hinunter zurück zum Eingang des Tempels. Von unten konnte man die imposante Holzkonstruktion der Terrasse deutlich sehen.







Wir liefen im Anschluss die Sannen Zaka mit einem haufen Touristen hinunter, kauften uns ein Machaeis bei einer Eisdiele und liefen dann weiter durchs Gion Viertel zurück. Dort nahmen wir wieder den Bus zum Hotel und gönnten uns eine Stunde Pause.
Nach der kurzen Pause hatten wir wieder Programm. Es ging wieder nach Gion zum Sushi-Kurs. Das war kurzweilig und spannend und jeder konnte selber sein Sushi nach Anleitung herstellen. Danach wurde es auch von uns verputzt. Es war sehr gut und wir hatten wieder mal was Neues gelernt.






Gut gesättigt liefen wir durch das Gion Quartier und sahen doch wirklich zwei hübsche Maikos, die sich fotografieren liessen. Da fragte ich doch auch ob ich ein Foto machen dürfte und sie posierten für uns. Wirklich sehr nett die beiden.


Wir gingen dann noch in ein Pub einen Schlummerbecher trinken und fuhren mit dem Bus wieder müde zurück zum Hotel.
Am nächsten Morgen war wieder frühes Aufstehen angesagt, wie eigentlich immer in diesen Ferien. So besammelten wir uns nach dem Frühstück vor dem Eingang des Hotels und fuhren mit Bus und Zug in etwa 40 Minuten zum Fushimi Inari Taisha Schrein. Dieser Schrein ist bekannt als Schrein der Tausend Roten Tori. Bis zum Gipfel auf 233 m.ü.M. durchschreitet man einige Tori und viele Stufen. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen und sind bis ganz hinauf gelaufen. Oben hatten wir eine schöne Aussicht auf Kyoto, dann ging es alles wieder hinunter. Wir brauchten etwa 2 1/4 Stunden rauf und runter mit vielen Fotostopps.

















Wieder unten angekommen ging es mit dem Zug zurück zum Hotel. Wir hatten wieder etwas Zeit für uns, da wir uns erst gegen 15:00 Uhr mit der Reisegruppe wieder verabredeten für die Teezeremonie. Zum Mittagessen probierten wir einen Hamburger bei Moosburger. Der war gar nicht so schlecht. Mal was anderes.










Mit dem Bus ging es nach Gion zur Teezeremonie. So eine Teezeremonie ist zwar spannend aber leider sass man wieder völlig unbequem am Boden. So konnte ich die ganze Zeremonie nicht geniessen. Ausserdem für mich als Nicht-Tee-Trinkerin unverständlich, dass man so lange braucht um einen Tee zu machen 😉 Aber ja, es ist eine Tradition, jeder Schritt ist einstudiert und dient zur Entspannung und zum Loslassen. In dieser Sitzposition ging Abschalten für mich nicht. Aber es war durchaus interessant so einer Zeremonie beizuwohnen. Zum Glück dauerte es für die Touris nicht so lange. Der Tee schmeckte trotz langem rühren mit dem speziellen Holzschwingbesen irgendwie nach Spinat. Aber das ist meine Meinung, andere fanden ihn sehr gut. Andi konnte die ganze Nacht dann nicht schlafen, der Tee peitscht einen so richtig auf, wäre eher für den Morgen gedacht und nicht für den Abend.





Nach der Teezeremonie spazierten wir noch bei der Hokanji Pagode vorbei, auch ein sehr schönes Fotomotiv und durch das Gion-Viertel, das am Abend nicht so belebt ist wie bei Tag. Eine richtige Geisha ist an uns vorbeigehuscht, leider konnte ich sie nicht fotografieren aber das wollen die auch nicht wirklich. War trotzdem ein schönes Erlebnis. Auch diesen Abend konnten wir alleine essen gehen und sind bei einem koranischen BBQ gelandet. Auf einem im Tisch eingelassenen Grill konnten wir Fleisch und Gemüse braten. Das war sehr lecker, wir waren auch alleine in einem Separée im oberen Stockwerk.




Wir sind dann noch etwas durch die Gassen geschlendert und bald zurück zum Hotel gefahren. Morgen ist eine Wanderung in den japanischen Alpen angesagt und dann fahren wir weiter nach Matsumoto. Kyoto hatte uns sehr gut gefallen. Hier hätte man auch noch länger bleiben können. Zu sehen gäbe es noch viel.