
Am Nachmittag fuhren wir von Kamakura mit dem Zug in etwa einer Stunde nach Tokyo und mit der Metro ca. 20 Minuten bis Akasaka. Hier bezogen wir unser letztes Hotel der Rundreise. Das Zimmer war wieder im Schuhschachtelformat und das Bett hart wie ein Brett. Da war das Schlafen am Boden auf den Tatamimatten bequemer. Dafür gab es bei der Reception eine gute Kaffeemaschine und Mini-Donuts, wo man sich kostenlos bedienen konnte.






Wir ruhten uns im Zimmer kurz aus und dann ging es mit der Metro und zu Fuss durch die Megastadt. Als erstes schauten wir uns die bunt beleuchteten Hochhäuser von Shinjuku an. Es war schon alles für Halloween dekoriert und in Shinjuku schienen alle unterwegs zu sein. Wir assen in einem Kaufhauskomplex leckeres Tonkatsu und frittierte Crevetten und mischten uns dann unters Volk.












Die Leuchtreklamen und die vielen Menschen unterwegs waren der Wahnsinn. Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wir betraten die Kabukicho Strasse und liessen uns durch die vielen Menschen treiben. Irgendwo kamen wir dann in die Golden Gai Gasse wo es kleine Häuschen hatte, enge Gänge und viele ganz kleine Bars wo nur wenige Personen Platz fanden. Wir konnten dann in so einer kleinen Bar einen Gin Tonic trinken, unser Sohn einen japanischen Whisky. Kaum zu glauben dass es solche Gegensätze im gleichen Quartier gibt. Danach fuhren wir mit der Metro zurück in unser Hotel und fielen müde in die harten Betten. Im Zimmer war es zudem sehr heiss, die Klimaanlage war schon vorbereitet zum Heizen für den Winter und das kleine Fenster konnte man nur spärlich öffnen, wie übrigens in ganz Japan.





Nach einer schlechten Nacht, zu heiss, Bett zu hart ging es zum Frühstück, was zum Glück sehr gut war. Danach machten wir uns wieder auf den Weg die Stadt zu erkunden. Als erstes fuhren wir zum Tokyo Metropolitan Government Building. Hier konnte man kostenlos mit dem Lift auf die Aussichtsplattform hinauffahren. Leider nur durch Scheiben blicken, was beim fotografieren etwas spiegelte. Trotzdem genossen wir einen tollen Rundumblick auf die Megacity.












Bei klarem Wetter hätte man sogar den Mount Fuji sehen können. Leider versteckte sich dieser wieder hinter den Wolken. Nachdem wir alles rundherum begutachten konnten und viele Bilder geschossen hatten ging es weiter zum Meiji-Schrein.










Es war Sonntag und dementsprechend waren viele Menschen im Park und beim Schrein. Es fanden mehrere Hochzeiten in traditionellen Gewändern statt, was sehr interessant war. Der Meiji Schrein befindet sich in einem grossen Wald mitten im Herzen von Tokyo. Danach ging es wieder ins trubelige Zentrum. Ein Kinderumzug zu Halloween fand gerade statt als wir Richtung Shibuya liefen. Unterwegs assen wir einen Hamburger und dann wollten wir uns in Shibuya den Hachiko ansehen und die berühmte Kreuzung. Dann die Enttäuschung: wegen Halloween hatten sie die Statue vom Hund Hachiko verbarrikadiert, sodass man diese gar nicht sehen konnte. Schade. Wir liefen mit hunderten Menschen über die Shibuya-Kreuzung und sahen uns die Kreuzung von der Terrasse des Kaufhauses Magnet an. Gegen eine Eintrittsgebühr erhielt man ein Getränk und konnte die Aussicht auf der Terrasse mit Blick auf die Kreuzung geniessen. Leider wieder nur durch Scheiben und die Sonne brennte gnadenlos genau auf die Scheiben.








Vermutlich wäre an einem Wochentag noch mehr los an dieser Ecke, aber egal, wir waren dort. Leider hatten wir den Hachiko auch nicht von oben herab sehen können. Am Abend konnten wir alleine essen gehen so begaben wir uns vom Hotel zu Fuss nach Roppongi und fanden dort ein cooles Restaurant wo es leckeren Tischgrill gab.






Am nächsten Morgen, nachdem wir wieder schlecht geschlafen hatten auf diesen harten Pritschen, ging es bereits früh los mit Metro und mit dem futuristischen Zug in 2 1/2 Stunden nach Nikko. Nikko ist die zentrale Stadt des Nationalparks Nikko und für den reich verzierten Toshogu Schrein bekannt. Dort befindet sich das Mausoleum von Tokugawa Ieyasu, dem Gründer des Tokugawa Shogunats, welches bis 1868 Japan beherrschte. Doch zuerst marschieren wir vom Bahnhof Nikko durch das Städtchen durch bis zur roten Shinkyo Brücke.











Anschliessend besuchten wir einen wunderschönen Garten, wo die Herbstlaubfärbung so richtig schön zur Geltung kam. Dann mussten wir eine Weile anstehen für die Eintrittskarten, d.h. unser Guide musste anstehen, wir konnten uns derweil aussen etwas umsehen. Die 5-stöckige Pagode hatte uns schon sehr beeindruckt.





Sobald wir die Eintrittskarten hatten konnten wir zum Hauptteil der Schreinanlage gehen. Es war sehr eindrücklich, die einzelnen Schreine so reich und prachtvoll verziert mit Gold und Figuren. Das hat alles was wir vorher gesehen hatten noch übertroffen.





Die 3 Affen waren natürlich nicht zu übersehen. Die Bonsaibäume und die vielen kleinen Schreine, die mit Gold verziert waren hatten schon mächtig Eindruck gemacht.






Wir sind bis zum Mausoleum des Gründers des Tokugawa Shogunats hinaufgelaufen, bei der schlafenden Katze vorbei und dann kamen wir zum Toshogu Schrein, bei dem schon das Yomeimon Tor mit Gold und Verzierungen so reich bestückt war, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus kamen.





Nachdem wir fast 3 Stunden in der Schreinanlage verbracht hatten machte sich Hunger bemerkbar. Wir fuhren dann mit dem Bus in ein weiter entferntes Onsen und konnten dort eine Ramensuppe essen, die doch ganz lecker war. Jedoch hatte niemand aus der Gruppe jetzt Lust auf Onsen. Und nun sassen wir da in der Pampa und mussten eine Stunde auf den Bus warten, der uns zurück nach Nikko brachte. Mit dem Resultat, dass dort alle Cafés schon geschlossen hatten und auch die Läden dicht machten. Wir hätten lieber noch eine Stunde in Nikko verbracht anstatt in den Onsen aber das war ein Kommunikationsfehler unseres Guides, der uns nicht vorab informierte oder fragte, was wir denn noch machen wollten. Wir mussten dann noch etwas auf den Zug warten, die Plätze waren ja reserviert auf eine bestimmte Uhrzeit. So kamen wir am späteren Abend in Tokyo an. Gut hatten wir noch eine Suppe in Nikko denn die Restaurants in Japan schliessen schon früh am Abend, nach 21:00 Uhr wird es schon schwierig noch was zum Essen zu finden. Also probierten wir es in einem italienischen Restaurant am Bahnhof Akasaka und wir bekamen noch knapp einen Apérol und ein paar Bruschettas. Immerhin. Müde von dem langen Ausflugstag sind wir ins Hotel und versuchten es mit Schlafen.



Am nächsten Morgen kam für uns der letzte Tag in Tokyo. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Asakusa Schrein und Senso-ji Tempel – ein Wahrzeichen Tokyos und der älteste Tempel der Stadt. Über die Nakamise Ladenstrasse mit vielen kleinen Geschäften kam man zum grossen Donnertor und dann zum Senso-ji Tempel.









Im Anschluss durften wir noch selber etwas durch die Stadt bummeln. Es gäbe noch so Vieles dass wir gerne gesehen hätten, aber dazu fehlte uns einfach die Zeit. Ein paar Tage länger in Tokyo wären sicher empfehlenswert. Auch verloren wir einen Tag, da wir uns Nikko ansahen, was durchaus sehr schön war und man nicht verpassen sollte. Wir fuhren noch zum Bahnhof Tokyo, der sehenswert ist und nach Akihabara, das unseren Sohn interessierte. Die Kappabashi Strasse mit den vielen Geschirrläden und Essen aus Plastik, das man bei vielen Restaurants im Schaufenster sah, schauten wir uns noch an. Dann war es langsam Zeit ins Hotel zurückzugehen, denn am Abend hatten wir das Abschiedsessen mit der Reisegruppe.














Am Abend gab es die Yakitori Spiesse, die sehr gut waren und reichlich Sake und am nächsten Tag ging es für uns wieder zurück in die Schweiz.






Am Morgen ging es mit einem Taxi zum Bahnhof Hamamatsucho und von dort mit Koffer und Gepäck mit der megavollen Monorail zum Flughafen Haneda. Kurz nach dem Start winkte uns zum Abschied der wolkenlose Mount Fuji. Sayonara.

Fazit der Gruppenreise mit Japaventura
Eine sehr schöne, eindrückliche aber auch anstrengende Reise ging zu Ende. Wir hatten sehr viel gesehen, das Reisen mit dem Zug war durchwegs angenehm, das Gepäck wurde bis auf eine Ausnahme immer von Hotel zu Hotel verschickt, was gut geklappt hat. Das Essen war immer ausgezeichnet, wir sind begeistert von der japanischen Küche. Die Reise mit der Kleingruppe (12 Personen) war angenehm und überschaubar. Die Hotels, generell 3 * sahen eigentlich alle gleich aus, nichts Besonderes aber für 1 oder 2 Nächte ok. Die Nacht im Riokan war ein sehr schönes Erlebnis auch die Übernachtung in der Klosterherberge und bei der Gastfamilie waren eine sehr schöne Erfahrung. Die Reise an sich war anstrengend, wir sind sehr viel zu Fuss gelaufen und legten in den 3 Wochen einige km zurück. Schade fanden wir, dass Tokyo erst zum Schluss kam, man war schon fast zu müde für diese riesige Stadt. Alleine ohne Japanisch-Kenntnisse wäre es sicher schwierig gewesen, sich durchzuschlagen, wobei bei einer 2. Reise würde ich lieber eine selbst organisierte Reise machen. Bei einer Gruppenreise wird das straffe Programm durchgetaktet, man hat kaum Zeit für sich und das Gesehene zu verarbeiten, geschweige denn für Shopping. Dafür haben wir aber auch sehr viel erlebt und Japan ein wenig kennen gelernt.
Eine Reise nach Japan können wir definitiv empfehlen.