
Nach 4 Tage im Südosten der Insel fahren wir in den Norden nach Boaventura. Aber zuerst wollen wir uns in Santana die kleinen Strohhütten ansehen, in denen früher die Maderenser wohnten. Im Zentrum von Santana sind ein paar Häuschen aufgestellt, die man besichtigen kann.



Von hier aus fahren wir zum Parque Florestal das Queimadas zum Camino para todos, eine Wanderung für alle. Eine schlechte Entscheidung wie wir nachher feststellen. Wir dachten hier hat es einen grossen Parkplatz, doch die Anfahrtsstrasse ist extrem schmal und wenn ein Auto entgegenkommt muss man schauen, dass man aneinander vorbeikommt. Die knapp 4 km ziehen sich. Immerhin hat es hier genügend Parkplätze. Vom Forsthaus Queimadas geht der „Weg für alle“ durch den wunderschönen Wald bis zum Pico Pedras. Der Weg ist sehr einfach, auch Kinderwagen und Rollstuhl geeignet und bietet einen wunderschönen Einblick in die Natur Madeiras. Ausserdem ist er nicht so überfüllt und somit noch idyllisch. Für den Hin- und Rückweg, von ca. 5,6 km brauchen wir etwa eine Stunde. In der Nähe des Pico Pedras kommt man zu einem kleineren Parkplatz, der jedoch von der Strasse her besser erschlossen ist als der beim Forsthaus.












Der teilweise aufkommende Nebel sorgt für eine mystische Stimmung. Uns hat der kurze Spaziergang sehr gut gefallen. Nur die Anfahrt zum Forsthaus können wir nicht empfehlen. Man könnte ja auch die viel längere Wanderung zum Cadeirão verde machen, wofür man dann aber gute 4 1/2 Stunden braucht. Von hier aus fahren wir weiter nach Boaventura zunächst über die Schnellstrasse, doch der letzte Abschnitt ist noch nicht untertunnelt und somit geht es auf der alten Strasse kurvig bergauf und bergab und durch einen alten einspurigen Tunnel. Schliesslich erreichen wir Boaventura und checken im Solar de Boaventura, einem hübschen typischen Landhotel ein.











Das Hotel ist rustikal aber liebevoll eingerichtet, die Betten sind etwas schmal und die Matratzen etwas hart, das neue Schwimmbad ist sehr schön gemacht und der lauschige Garten lädt zum Verweilen ein. Nachdem wir uns eingerichtet haben machen wir uns auf den Weg hinunter zum Aussichtspunkt São Cristovão. Dort ist ein Restaurant, bei dem wir etwas essen möchten. Natürlich haben wir vergessen, es ist Sonntag, noch dazu Muttertag und alle Madeirenser gehen Mittagessen. Auf dem kleinen Restaurantparkplatz herrscht Chaos. Die Strasse hinunter ist sehr steil und eng und es ist schon kriminell beim Zuschauen wie die da aneinander vorbeikurven. Wir bekommen einen guten Parkplatz und auch ein Plätzchen im Restaurant. Leider eröffnet uns die Bedienung, die sich sehr viel Zeit liess bis sie uns berücksichtigte, dass das Restaurant in wenigen Minuten schliesst und wir leider nur etwas zu Trinken bestellen können. Na gut, wir trinken was, sehen uns die schöne Aussicht an, beschliessen jedoch nicht mehr runterzufahren, um an einem anderen Tag hier zu Abend essen.


Zurück im Hotel naschen wir von unserem Keksevorrat und reservieren einen Tisch im Garten des Hotels für das Abendessen. Normalerweise essen wir nicht gerne im Hotel aber hier machen wir mal eine Ausnahme, das Hotel ist auch bekannt für die gute Küche. Wir werden sehen. Auf jeden Fall ist der Garten sehr schön zum draussen sitzen und essen.





Das Essen ist nicht überwältigend aber ganz o.k., das schöne, sonnige Plätzchen im Garten und der nette Service macht Vieles wett. Boaventura ist ein sehr kleiner Ort und mit Restaurants nicht gesegnet. Ausserdem sind am Sonntag in der Umgebung die meisten Gasthäuser geschlossen. Wir bleiben noch eine Weile im Garten sitzen und unterhalten uns mit einem holländischen Pärchen am Nebentisch. Dann gehen wir schlafen und versuchen nicht aus den schmalen, sehr hohen Betten zu fallen.
Am nächsten Morgen, nach einem enttäuschenden Frühstück, machen wir uns auf den Weg, den Norden zu erkunden. Zuerst machen wir zu Fuss eine kleine Runde durch das Dorf Boaventura. Dann fahren wir mit dem Auto zum Aussichtspunkt Bom Jesus auf der alten, gesperrten Strasse mit herrlichem Blick auf Ponta Delgada.







Nachdem die alte Strasse wegen Bauarbeiten gesperrt ist fahren wir durch den neuen Tunnel zur Promenade von São Vicente. Dort laufen wir dem Meer und den schroffen Felsen entlang.








Die Promenade ist nett gemacht, hier im Norden hat es aber auch viel weniger Touristen als im Süden. Das Wetter ist sehr unbeständig und die Küste ist rauh, das Meer sehr wellig. Aber schön ist es trotzdem hier. Wir fahren im Anschluss weiter nach São Vicente. Dieser Ort ist etwas grösser, hier hat es ein paar Restaurants und einen schwarzen Kieselstrand. Wir spazieren bis zu einem Teilstück der alten Strasse. Dort gehen wir auf der gesperrten Strasse, auf welcher wir 1987 mit dem Bus entlang gefahren sind und staunen wie schnell sich die Natur alles zurückholt. Andi wird es auf der alten Strasse etwas mulmig, vor allem herrscht auch akute Steinschlaggefahr. Also drehen wir um, wir sind ja zu Fuss unterwegs, und laufen zurück zum Auto.

















Als nächstes halten wir beim Wasserfall Véu da Noiva. Hier waren wir auch im 1987. Damals noch auf der alten Strasse unterwegs, heute ist dieser Abschnitt gesperrt. Einen Viewpoint gibt es noch und so probieren wir auch hier unsere alten Fotos von 1987 nachzustellen.


den Wasserfall sieht man hier 1987 nicht dafür den Bus auf der schmalen Strasse


Wir staunen nur, wie wir 1987 so sorglos mit dem Bus auf dieser Strasse gefahren sind bis nach Porto Moniz. Damals war es eine mehrstündige Fahrt, heute mit den vielen Tunnels fährt man in weniger als eine Stunde von Funchal nach Porto Moniz.





Die alte Strasse ist auch schon komplett überwachsen. Wir blicken noch auf Seixal hinüber, das werden wir uns morgen ansehen. Wir fahren wieder zurück zum Hotel nach Boaventura und geniessen den Nachmittag im schönen Hallenbad und im lauschigen Garten des Hotels.



Auch diesen Abend essen wir im Hotel, dazu reservieren wir uns wieder das hübsche Tischchen im Garten. Das Abendessen ist ganz gut im Gegensatz zum Frühstück. Trotzdem werden wir morgen auswärts essen gehen.




Am nächsten Morgen nach dem einfachen Frühstück fahren wir nach Seixal. Hier laufen wir hinunter zum schwarzen Strand und zum Meerwasserpool. Es hat sogar wenige Badende. Uns ist das Wasser noch zu kalt zum Baden. Wir laufen wieder hinauf ins Dorf Seixal und schauen uns den zweiten Meerwasserpool von oben aus an. Sieht schön aus, im Sommer bestimmt herrlich, hier zu planschen. Die Zufahrtsstrasse zum Parkplatz des Meerwasserpools zeigt eine Steigung von 33 % an. Na dann, viel Vergnügen. Wir bleiben lieber oben stehen.














Von Seixal aus fahren wir weiter zu den Felsen von Ribeira da Janela. Auf der Nebenstrasse zum Parkplatz liegen ein paar Felsbrocken, somit getraut sich niemand zum grossen Parkplatz zu fahren und alle quetschen sich an den Strassenrand. Zu Fuss geht es dann zu den Aussichtspunkten um die markanten Felsen zu begutachten. Sehr eindrücklich.







Danach fahren wir eine steile, Serpentinenstrasse hinauf zum Ort Ribeira da Janela. Auch hier hat es einen spektakulären Aussichtspunkt mit einer Schaukel, den wollen wir uns ansehen.





Das blaue Meer und die grüne, bergige Landschaft sehen schon toll aus. Weiter fahren wir zum Faialwald, einen Feenwald auf einer Hochebene. Wir sind gespannt. Es ist ein herrlicher, sonniger Tag, der Parkplatz beim Feenwald hat zum Glück noch genug Plätze frei. Wir spazieren einen Rundweg, vorbei an den bizarr anmutenden Lorbeerbäumen. Manche Bäume sehen aus wie knorrige Fabelfiguren mit Armen. Mit Nebel bestimmt noch eindrücklicher aber bei Sonnenschein natürlich auch sehr schön.
















Nach diesem eindrücklichen Rundgang fahren wir wieder den selben Weg zurück zum Hotel und geniessen den Nachmittag im Garten und Hallenbad. Heute Abend wollen wir in der Churrascaria Brasa Viva vor São Vicente einen richtigen Espetada essen. Das Restaurant ist sehr einfach aber das Erlebnis wirklich toll. Der Fleischspiess wird auf einem Holzgrill gebraten und dann an den Tisch gehängt. Dazu gibt es gebratene Maiswürfel und Salat. Alles mega lecker und spannend zuzusehen wie der Spiess auf der heissen Hokzkohle brutzelt.







Nach dem Essen spazieren wir noch in São Vicente am Meer entlang und sehen uns die Abendstimmung an. Satt und zufrieden fahren wir zurück nach Boaventura zum Hotel. Hier gibt es noch einen Schlummerbecher im Garten und dann geht es ab ins Bett.
Am nächsten Morgen steht noch das letzte Ziel im Norden an, Porto Moniz. Auch diesen Ort haben wir 1987 besucht und wir sind gespannt, wie sich Porto Moniz verändert hat.



















Schon bei der Anfahrt sehen wir, dass Porto Moniz ganz anders aussieht. Eine grosse Parkplatzanlage, das riesige neue Meerwasserschwimmbad, viele Restaurants, der grosse Platz am Meer, ein Meeresmuseum, alles neu. Das alte Meerwasser-Lava-Becken besteht noch, ist aber, glaube ich, nicht mehr so gefragt. Auch hier wurde ein Restaurant und ein Museum auf die Felsen gesetzt. Alles ist sehr touristisch geworden. Kein Wunder, mit den neuen Tunnels ist Porto Moniz auch viel einfacher zu erreichen als 1987. Hier hat sich wirklich sehr viel verändert.




Wir spazieren durch den gut besuchten Ort und essen eine Kleinigkeit bevor wir uns den neuen Meerwasserpool von oben anschauen. Wäre es etwas wärmer gewesen hätten wir uns für ein Bad entschlossen, aber die Luft ist kühl und das Wasser hier im Norden ist noch sehr kalt.


Über die neue Strasse mit den vielen Tunnels sind wir ruck-zuck zurück in Boaventura. Im Hotel entspannen wir etwas im schönen Garten und gegen Abend fahren wir nach São Vicente und gehen in das Restaurant Calamar direkt am Meer essen. Ein sehr schönes Restaurant und Hotel. Wir essen ausgezeichneten Fisch und mein Tunasteak ist riesig. Nach dem feinen Essen geniessen wir den Blick aufs Meer mit Sonnenuntergang und fahren dann zurück zum Hotel. Morgen geht es weiter in den Süden der Insel.









