Madeira / Portugal / Südosten

Im Mai 2024 reisen wir für 2 Wochen auf die portugiesische Insel Madeira. Wir waren schon 1987 hier auf Hochzeitsreise. Damals war Madeira noch nicht so bekannt und dementsprechend noch nicht so überlaufen. Die Strassen waren sehr eng und noch nicht ausgebaut. Der Flughafen hatte eine extrem kurze Start- und Landepiste, dass wir damals bei der Landung richtig erschrocken sind ob der abrupten Bremsung. Die Insel hat uns aber damals schon sehr gut gefallen und so haben wir uns entschlossen sie nochmals zu besuchen, um zu sehen, was sich alles verändert hat.

Der Flug geht schon sehr früh am Morgen, so dass wir schon am Vorabend nach Zürich reisen, das Gepäck bereits aufgeben und für die kurze Nacht im Ibis Budget in Zürich einchecken. Wir müssen spätestens um 5 Uhr morgens am Flughafen sein, so passt dies ganz gut, denn vor dem Hotel fährt die Tram in 2 Stationen zum Flughafen. Das Zimmer ist sehr spartanisch eingerichtet, aber es ist günstig und wir wollen nicht meckern. Den Abend verbringen wir in der Stadt Zürich. Wir geniessen den schönen warmen Abend in der Stadt und fahren dann mit dem Trämli zurück zum Hotel.

Am nächsten Morgen heisst es früh raus aus den Federn. Überraschenderweise haben wir recht gut geschlafen. Mit der ersten Tram fahren wir zum Flughafen und kommen zügig voran bis zum Gate. Kurz nach 6 Uhr sitzen wir im Flieger und bald darauf heben wir ab Richtung Madeira. Es ist ein kurzer 4-stündiger Flug und wir kommen pünktlich am Flughafen Cristiano Ronaldo in Madeira an. Die Landung ist ganz normal, die Piste bestimmt doppelt so lang wie vor 37 Jahren, das Wetter auch gut und kein Wind.

Aussteigen und Gepäck abholen geht sehr schnell und schon sind wir draussen und nehmen uns ein Taxi zum Hotel The View Oasis in Caniço. Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel dauert ca. 15 Minuten und wir können im Hotel bereits einchecken und das Zimmer beziehen. Das Zimmer gefällt uns sehr gut, mit kleinem Balkon und Sicht auf Pool und Meer. Wir packen die Koffer aus und machen uns bald darauf auf den Weg zur Autovermietung Girassol Rent gleich um die Ecke. Wir haben uns dagegen entschieden das Auto am Flughafen zu mieten, da es hier günstiger ist und die Autos bei Girrasol Rent alle Automat-Getriebe haben. Ausserdem wollen wir am Ende der Rundreise das Auto in Funchal abgeben, weil wir in der Stadt kein Auto mehr brauchen und nicht unnötig noch einen Parkplatz bezahlen wollen. Wir waren sehr zufrieden mit der Vermietung und es hat alles super geklappt auch am Schluss das Abholen fand superpünktlich statt. Wir können Girassol ausnahmslos empfehlen. Die Preise sind günstiger als am Flughafen und es wird einem nicht alles Mögliche angedreht.

Noch vor 12 Uhr haben wir alle Formalitäten erledigt, können den kleinen Seat Ibiza in Empfang nehmen und fahren damit gleich zum Cristo Rei Aussichtspunkt. Von dort aus nehmen wir die Seilbahn hinunter zum Strand, denn jetzt haben wir Hunger und dort unten gibt es ein kleines Restaurant am Meer.

Wir bestellen einen Salat mit Thunfisch und einen Bolo do Caco (Knoblibrot). Sehr lecker. Danach sehen wir uns die steilen Felsen und den Kieselstrand an und machen uns mit der Seilbahn wieder auf den Rückweg hinauf. Oben spazieren wir zur Cristo Rei Statue und zum Aussichtspunkt.

Von hier sieht man bis nach Funchal hinüber. Nachdem wir die Aussicht genossen haben machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Die Parkplätze beim Hotel sind kostenfrei. Jetzt müssen wir uns etwas ausruhen, denn wir sind ja schon seit 4 Uhr früh auf den Beinen. Am späten Nachmittag erkunden wir dann die Gegend um das Hotel und nehmen am Reis Magos Strand unseren Apéro ein.

Zum Bolo de Caco probieren wir einen Poncha, eine Spezialität aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Orangen- oder Zitronensaft. Ist jetzt gar nicht meins, aber wir haben es probiert. Danach spazieren wir ein Stück durch Caniço und gehen in ein kleines Restaurant, Sabores da Andreia, essen. Da heute der 1. Mai ist und ein Feiertag sind alle Portugiesen Mittagessen gegangen und das Restaurant hat leider nicht mehr alles auf der Karte. Wir müssen aber nicht verhungern und bekommen genug und es ist alles sehr gut zubereitet.

Den Abend lassen wir auf dem Balkon ausklingen und dann fallen wir müde in die bequemen Betten.

Am nächsten Morgen begrüsst uns herrlicher Sonnenschein. Nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel, welches sehr fein ist und auch eine grosse Auswahl bietet, machen wir uns auf Entdeckungsreise. Mit unserem Auto fahren wir zuerst zum Aussichtspunkt beim Flughafen. Die Flugpiste wurde seit unserem Besuch 1987 ordentlich verlängert, so dass Start und Landung nicht mehr so spektakulär sind wie in den 80 er Jahren.

Vom Aussichtspunkt mit der Herzschaukel schauen wir ein paar Flugzeugen beim Starten und Landen zu und fahren dann weiter zum nächsten Aussichtspunkt Queimada, von wo man herrlich auf Machico blicken kann.

Wir fahren weiter hinauf auf kleinen engen Strassen zum Miradouro da Portela. Von hier sieht man hinunter nach Porto da Cruz. Nachdem wir fleissig Fotos gemacht haben fahren wir auf schmalen, steilen Strassen hinunter nach Porto da Cruz.

In Porto da Cruz parkieren wir das Auto beim Strand Alagoa und spazieren um die Halbinsel Furna do Porto da Cruz zum Hafen. Hier waren wir schon 1987 da war es noch ein verschlafenes Fischerdörfchen. Jetzt hat es einige Restaurants und ein Meerwasserschwimmbecken, das aber anfangs Mai noch nicht in Betrieb ist.

Hier essen wir einen Lunch und geniessen die Sicht direkt aufs Meer. Danach laufen wir durchs kleine Dorf zurück zum Parkplatz. Wir machen noch ein paar Fotos auf der Mauer, wo wir schon 1987 gesessen sind. Die kleine Insel im Meer sieht noch genau gleich aus wie damals.

links 1987 – rechts 2024
links 1987 – rechts 2024

Ein Teil der Mauer wurde abgebrochen, so stimmt das Bild nicht ganz überein. Aber trotzdem lustig und wir schwelgen in Erinnerungen. Zurück beim Auto fahren wir noch zum Miradouro do Guindaste. Dort sind neu zwei Glasbalkone aufgebaut die übers Wasser ragen. Dementsprechend sind auch viele Touristen hier und nur wenige Parkplätze. Mit etwas Geduld ergattern wir einen Platz und sehen uns diese Attraktion an.

Die Sicht von den Balkonen ist spektakulär und man kann so über die Klippen schauen und sieht perfekt die Steilwand des Adlerfelsens. Eine gut gemachte Attraktion. Nachdem wir genug Bilder gemacht haben fahren wir weiter, wir wollen ja noch eine kurze Levadawanderung machen. Dazu fahren wir wieder auf steilen, schmalen Strassen hinauf nach Ribeiro Frio zur Levada dos Balcões. Da von hier aus mehrere Levadawanderungen ausgehen ist die Parkplatzsuche schwierig. Wir finden dann Ende vom Dorf doch noch einen Platz und laufen zum Start der kleinen Wanderung. Mittlerweile ist es schon 4 Uhr nachmittags und es sind zum Glück nicht mehr so viele Leute unterwegs, allerdings ist es hier oben auch ziemlich frisch.

Der Weg dem Wasserkanal entlang ist sehr schön zu gehen. Wir werden von kleinen zutraulichen Vögelchen begleitet und am Ende wäre ein schöner Aussichtspunkt aber leider haben sich die Wolken über das Tal ausgebreitet und die Sicht ist nicht mehr so gut. Wir schauen den vorwitzigen Vögelchen zu und laufen wieder zurück zum Auto. Pro Weg braucht man knapp eine halbe Stunde. Von hier aus fahren wir durch einen nebligen Wald hinunter nach Camacha und dann auf der Schnellstrasse mit neuen Tunnels zurück zum Hotel.

Da wir heute etwas später beim Hotel ankommen, verzichten wir auf einen Apéro und gehen etwas später in ein schönes Restaurant mit Terrasse direkt am Meer essen. Im Restaurant Lee Hamilton Steak House essen wir vorzüglich und können einen wunderschönen Abend auf der Terrasse verbringen.

Am nächsten Morgen, wir haben wieder sehr gut geschlafen, beschliessen wir nach dem Frühstück zur Ponta de São Lourenço zu fahren und dort dem Weg ein wenig entlang zu wandern. Wir machten jedoch die Rechnung ohne die anderen Touristen. Als wir kurz vor 10 Uhr dort ankommen ist an einen Parkplatz nicht mehr zu denken. Chaos pur. Die ganze Strasse hinauf ist schon vollparkiert und ehrlich gesagt haben wir keine Lust an einer Völkerwanderung teilzunehmen. Also fahren wir hier weg und auf den hinteren Parkplatz des Ponta do Rosto auf der nördlichen Seite. Hier hat es nicht so viele Leute, es ist halt nur ein Aussichtspunkt. Aber ein schöner wie wir finden und man kann noch ein Stück hinaufgehen und die Aussicht geniessen, was wir dann auch machen.

Wer die Wanderung zum Ponta do São Lourenço machen will, sollte unbedingt früh am Morgen am Parkplatz sein, denn in Madeira sind das ganze Jahr über viele Touristen und die Wanderung ist sehr beliebt. Nachdem wir genug gesehen haben fahren wir nach Machico und schauen uns den neuen, aufgeschütteten Sandstrand an. Als wir 1987 auf der Insel waren gab es keinen einzigen Sandstrand, nur Kiesstrände und Naturmeerpools.

Machico gefällt uns sehr gut, wir laufen durch das Städtchen, an den beiden Stränden entlang und probieren die leckeren Pasteis de nata und natürlich ein feines Eis. Danach fahren wir zurück zum Hotel und geniessen den Nachmittag am Pool im Hotel.

Heute reicht auch die Zeit für einen Apéro am Reis Magos Strand und danach spazieren wir zum Atlantis Restaurant. Hier verbringen wir wieder einen herrlichen Abend in dieser wunderschönen Location mit hervorragendem Essen. Wieder können wir auf der Terrasse sitzen direkt über dem Meer und den Sonnenuntergang beobachten.

Nach diesem herrlichen Abendessen spazieren wir zurück zum Hotel, setzen uns noch auf unseren Balkon und danach schlafen wir wieder sehr gut in den bequemen Betten.

Am nächsten Morgen ist wieder eine Bergstrecke angesagt. Madeira ist sehr hügelig und wenn man so mitten durch die Landschaft fahren möchte geht es immer ordentlich in die Höhe und auch wieder hinunter. Es hat jetzt auch viele Schnellstrassen, aber die führen durch viele Tunnels, da kommt man zwar schnell voran, sieht aber nichts von der wunderschönen Landschaft. Nach dem ausgezeichneten Frühstück fahren wir zum Aussichtspunkt Eira do Serrado.

Auch 1987 waren wir bei diesem Aussichtspunkt und haben auf das Nonnendorf Curral das Freiras hinuntergeschaut. Die schmale Strasse war damals die einzige Verbindung in das kleine Dorf. Heute fährt man durch einen Tunnel bis vors Dorf.

links 1987 – rechts 2024

links 1987 – rechts 2024

Im Anschluss fahren wir durch den neuen Tunnel nach Curral das Freiras und schauen hinauf auf den Aussichtspunkt wo wir eben waren. Immerhin müssen wir nicht auf der alten Strasse fahren.

links 1987 – rechts 2024 schon von der Natur überwachsen

Dort oben beim Aussichtspunkt Eira do Serrado waren wir vorher und haben auf das Dorf Curral das Freiras hinuntergeschaut. Danach fahren wir wieder zurück nach Caniço und geniessen noch den letzten Tag am Pool. Am späten Nachmittag spazieren wir durch den Ort und reservieren für den Abend einen Tisch im beliebten Fischrestaurant A Traineira. Nach dem Apéro im Reis Magos geniessen wir dort ein leckeres Abendessen mit der Spezialität Madeiras, dem Degenfisch mit Banane. Dieser schmeckt ausgezeichnet. Wir sind begeistert. Die Tische sind alle besetzt, ohne Reservierung hätten wir keinen Platz mehr bekommen. Morgen geht es dann weiter in den Norden der Insel Madeira nach Boaventura.

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