Madeira / Portugal / Funchal

Nachdem wir bereits den Südosten, den Norden und den Süden Madeira bereist haben, möchten wir zum Abschluss noch ein paar Tage die Hauptstadt Funchal besichtigen. Nach dem Frühstück im Hotel do Campo in Ribeira Brava fahren wir das kurze Stück in die Stadt zum Hotel Turim Santa Maria, wo unser Auto von der Vermietung Girassol abgeholt wird. Zeitlich passt alles perfekt, wir können sogar schon unser schönes Zimmer im 6. Stock beziehen mit herrlicher Aussicht über Funchal und einem riesigen Balkon. Die Autovermietung steht pünktlich vor dem Hotel und holt völlig unkompliziert und ohne Probleme den kleinen Seat ab, der uns durch Madeira begleitet hat. So können wir bereits gegen Mittag in die Stadt aufbrechen und mal schauen wie sie sich seit 1987 verändert hat.

Das Zimmer im Turim Santa Maria, ist das schönste das wir hatten auf dieser Reise. Wir sind sehr zufrieden. Das Hotel ist nahe am Zentrum und so können wir bequem zu Fuss in die Stadt gehen, zum Hafen und ins alte Fischerquartier, wo in den Gassen am Abend viele Restaurants die Tische auf die Strasse stellen. Auf dem Dach des Hotels hat es eine schöne Bar und den Pool, für den wir jedoch keine Zeit haben. Jetzt wollen wir aber zuerst ins Zentrum von Funchal und zum Hafen, der ganz neu gestaltet ist.

Wir laufen durch das Zentrum, das mit viel Blumen dekoriert ist, da vor ein paar Tagen der Blumenkorso und das Blumenfest hier stattgefunden haben. Soweit ich mich erinnern kann, war die Stadt 1987 nicht so belebt und so schön herausgeputzt. Der ganze Hafen ist auch neu gestaltet mit Parks, Promenaden und vielen kleinen Booten und Lounges. Cristiano Ronaldo, der in Madeira aufgewachsen ist hat hier ein Museum, an dem wir aber nur vorbeilaufen und die Statue fotografieren. Wir hatten damals unser Hotel etwas ausserhalb der Stadt in Ponta Gorda und wir sind ein paar mal zu Fuss am Abend nach Funchal zum Essen gelaufen. Das wollen wir jetzt auch machen und spazieren in Richtung ehemaliges Hotel. Die Strecke zieht sich, na ja, vor 37 Jahren waren wir jünger und vermutlich noch fitter. Es stehen viele, viele, neue Hotels auf der Strecke, damals waren die meisten noch nicht gebaut. Dann sehen wir von Weitem unser altes Hotel, das jetzt nur noch ein Apartmentblock ist. Schön ist es ja nicht, aber damals das einzige, das so nah am Meer war und bezahlbar. Wir laufen sogar dran vorbei, es sieht schon recht schäbig aus, wir schwelgen trotzdem in Erinnerungen. Auf der oberen Hauptstrasse gehen wir etwas Trinken, aber wir kennen hier fast nichts mehr, Vieles ist neu. Wir laufen sogar wieder zurück nach Funchal, vorbei am Casino mit der Kaiserin Sisi Statue im Park und dann zurück zum Hotel Turim Santa Maria. Hier nehmen wir auf der Dachterrasse in der Bar noch unseren Willkommensdrink bevor wir ins alte Fischerviertel essen gehen.

das alte Hotel, in dem wir 1987 logierten, steht noch

Wir essen im alten Hafenviertel im Restaurant Galeria. Das Essen ist gut, das Ambiente mit Tisch auf der Gasse spannend. Zum Abschluss gibt es noch einen offerierten Madeirawein. Da wir heute schon viel gelaufen sind machen wir nur eine kleine Runde durch das Hafenviertel. Hier sind auch die meisten Türen kunstvoll bemalt. Wir erinnern uns, dass wir auch 1987 irgendwo hier gegessen haben, aber es gab bei Weitem nicht so viele Restaurants und das Viertel war noch nicht so touristisch ausgebaut, noch keine Tische auf den Strassen. In einigen Gassen war das Rotlichtviertel und die ganze Gegend war eher etwas heruntergekommen.

Wir schlafen sehr gut und das Frühstücksbuffet ist ausgezeichnet, sogar der Kaffee ist nicht übel. Heute beschliessen wir mit dem Hop Off – Hop On Bus eine Runde zu drehen. Wir wollen einen Aussichtspunkt oberhalb Funchal besuchen, bei dem wir 1987 schon waren. Ausserdem fährt der Bus bis Cãmara de Lobos und von dort sogar auf den Cabo Girao. Das können wir uns nicht entgehen lassen. Also nichts wie los und gleich beim Hotel um die Ecke sind die Haltestationen. Wir ergattern ein 24 Stunden Ticket und los geht die Fahrt. Erstmals schön gemächlich durch den Verkehr von Funchal, hinauf zum Aussichtspunkt Pico dos Barcelo. Von hier sieht man über die ganze Stadt.

links 1987 / rechts 2024
links 1987 / rechts 2024

Ein wirklich schöner Aussichtspunkt um die Stadt von oben zu sehen. Hier ist auch beim Vergleich ersichtlich, dass die Stadt grösser geworden ist. Leider sind unsere alten Bilder qualitativ nicht so gut. Wir hatten damals Dias gemacht und vor ein paar Jahren digitalisiert, aber sie sind viel zu dunkel.

Mit dem nächsten Bus fahren wir weiter nach Cãmara de Lobos und von dort gleich weiter mit einem Minibus zum Cabo Girao.

Die Aussicht ist wirklich toll, der Glasboden spektakulär, es geht 580 m in die Tiefe. Die Sicht nach Cãmara de Lobos und aufs Meer ist sehr schön und heute hat es wenig Leute, so dass man die Aussicht auch geniessen kann. 1987 waren wir auch hier, da hatte es aber noch keinen Skywalk nur eine Brüstung wo man runterschauen konnte. Mit dem Minibus geht es etwas später wieder zurück nach Cãmara de Lobos. Da wir ja vor ein paar Tagen schon hier waren, machen wir von oben ein paar Fotos und fahren mit dem Hop On Hop Off Bus wieder zurück nach Funchal.

Zurück im Hotel machen wir uns kurz frisch und dann gibt es einen Apérol auf dem Hoteldach mit Blick auf den Hafen von Funchal. Heute liegt die neue Queen Anne im Hafen.

Für den Abend haben wir heute bei der Festung São Tiago im Restaurante do Forte reserviert. Hier kann man ein mehrgängiges Menü im schönen Ambiente bei der alten Festung geniessen und man kann, wenn man früher reserviert hätte, eine Abholung mit dem Oldtimer vom Hotel dazubuchen. Leider waren wir aber dazu zu spät dran, wir haben das Restaurant erst am Vorabend entdeckt und am Morgen reserviert. Es hat uns aber trotzdem sehr gut gefallen und das Essen war ausgezeichnet und die Bedienung sehr zuvorkommend.

Nach diesem tollen kulinarischen Erlebnis sind wir gemütlich zum Hotel zurück spaziert. Morgen ist leider schon der letzte Tag auf Madeira.

Als wir am Morgen vom Balkon auf die Stadt runterschauen staunen wir nicht schlecht. Im Hafen liegen zwei riesige Kreuzfahrtschiffe. Wir wollen ja heute mit der Seilbahn nach Monte hinauf fahren und zum Botanischen Garten. Da sind wir ja mal gespannt wie viele Leute da wohl die selbe Idee haben. Nach dem leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg. Zuerst in den Mercado dos Lavradores. Hier herrscht ein Gewusel von Einheimischen und Touristen. Es werden Früchte, Gemüse und allerlei Sachen angeboten, im unteren Stock ist der Fischmarkt. Sehr interessant. Der schwarze Degenfisch schmeckt definitiv besser als er aussieht. Wir sind zwar nicht gar so früh dort und die Fischauswahl ist schon recht klein geworden, aber Früchte und Gemüse hat es in allen Farben und sehen auf den Fotos toll aus.

Wir gehen weiter und wollen zur Seilbahn aber hier gibt es eine Menschenschlange und man müsste lange anstehen. Wir gehen weiter und beschliessen etwas später nochmals vorbei zu schauen. Tagsüber durch das alte Hafenviertel bietet eine ganz andere Perspektive. Die Restaurants die Abends ihre Tische draussen auf der Strasse aufgestellt haben sind noch geschlossen und dementsprechend hat es gar keine Tische und Stühle auf der Strasse sondern es fahren Autos durch. Wir kommen bei der Festung São Tiago vorbei und sehen uns diese mal von Innen an. Der Eintritt ist frei und von oben hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt und das Meer.

Kurz nach Mittag versuchen wir es nochmals bei der Seilbahn und siehe da, die Menschenmenge ist weg und wir können direkt einsteigen, nachdem wir ein Ticket gekauft haben für beide Seilbahnen und Eintritt in den Botanischen Garten. Die Fahrt ist spannend, da man über die Stadt fährt, wir fahren beim Hotel vorbei und weiter hinauf bis Monte. Hier steigen wir um, dazu müssen wir einen Weg ein Stück hinunter in den Wald laufen. Hier geht es mit der 2. Seilbahn zum Botanischen Garten auf einen anderen Hügel wieder ein Stück hinunter.

Der Botanische Garten ist wunderschön angelegt auf einem Hügel mit traumhafter Aussicht auf Funchal und das Meer. Uns hat der Garten schon 1987 gut gefallen und deshalb haben wir uns entschlossen diesen nochmals zu besuchen. Damals konnte man nur mit Taxis oder Ausflugsbus hierher gelangen. Heute fährt man mit den Seilbahnen in kurzer Zeit hinauf. Wir geniessen die Aussicht, die vielen Pflanzen und sind begeistert.

Madeira wird nicht umsonst Blumeninsel genannt. Das ganze Jahr über herrschen milde Temperaturen. Im Sommer nicht zu heiss, im Winter nicht zu kalt. Das würde mir gefallen.

links 1987 / rechts 2024

Nachdem wir eine Runde im Garten gemacht haben und etwas im neuen Restaurant bei der Seilbahn getrunken haben, fahren wir mit der Seilbahn wieder hinauf nach Monte und laufen zur Kirche ein Stück hinauf. Wir sehen uns die Kirche Nossa Senhora do Monte von innen an und schauen den Korbschlittenfahrern zu wie sie mit den Touristen davonbrausen. Dieses Mal fahren wir nicht mit dem Schlitten nach unten, das haben wir 1987 gemacht im Zuge eines Ausflugs. Da wurden wir dann vom Bus abgeholt, denn die Schlitten fahren nicht bis ganz hinunter in die Stadt, sondern nur bis Livramento und von dort aus muss man den Bus nehmen, ein Taxi oder eine halbe Stunde hinunter laufen. Da heute zwei Riesenschiffe im Hafen liegen hat es dementsprechen viele Leute, die so eine Fahrt machen wollen und man müsste lange anstehen. Da wir das ja schon mal gemacht haben, schauen wir ein paar Schlitten zu bei der Abfahrt. Wir fahren dann gemächlich mit der Seilbahn wieder zurück ins Zentrum von Funchal.

Korbschlittenfahrt 1987

Auch heute am letzten Abend geniessen wir den Apéro auf dem Hoteldach und schauen dem Auslaufen der zwei grossen Kreuzfahrtschiffe Ventura und Queen Anne zu. Da bekommen wir grad Lust wieder mal eine Kreuzfahrt zu machen. Danach spazieren wir wieder ins alte Hafenviertel und suchen uns ein gemütliches Restaurant aus. Auch heute essen wir draussen etwas mit Fisch und es hat alles sehr gut geschmeckt.

Nach dem leckeren Essen spazieren wir zurück zum Hotel, packen unsere Koffer und reservieren an der Reception ein Taxi für morgen früh.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Wir sind die ersten im Frühstücksraum und geniessen das letzte Frühstück auf Madeira. Noch einmal den Blick vom Balkon auf das morgendliche Funchal und pünktlich um 8 Uhr fahren wir mit dem bestellten Taxi in ca. 20 Minuten zum Flughafen. Dort checken wir ein, geben die Koffer ab und warten auf der Terrasse bis unser Edelweiss Flug ankommt. Dann geht es schnell, die einen steigen aus, die Koffer gehen raus, dann unsere Koffer rein und wir können auch einsteigen und pünktlich hebt der Flieger ab Richtung Zürich.

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