Sorrent / Italien

Blick auf Sorrent von den Hügeln aus

Im Oktober 2024 reisen wir für eine Woche nach Italien an die Amalfiküste mit der People’s Airline vom Altenrhein am Bodensee. Da der Flughafen von uns aus ganz in der Nähe ist und ich schon immer einmal eine Reise von hier aus starten möchte, buchen wir 1 Woche Amalfiküste mit Highlife Reisen. Wir sind schon einmal vom Altenrhein aus nach Wien geflogen, das fanden wir ganz praktisch und so geht es an einem kühlen Oktobertag am Vormittag in 30 Minuten von uns zu Hause zum Flughafen. Das Auto können wir dort kostenlos parkieren für die Dauer unserer Reise. Der Flughafen ist sehr, sehr klein. Es fliegt nur die People’s Airline mit einem Flieger an und ab und zu natürlich Privatjets. Eingecheckt ist in wenigen Minuten, der Flieger steht gleich hinter dem Ausgang des Warteraums und man verliert keine Zeit durch mühsames Herumlaufen im Flughafen. Wenn alles klappt und man pünktlich abfliegen kann, geht alles ruck-zuck. Leider findet in Neapel ein Kongress der Verteidigungsminister statt und der Luftraum wird über Mittag gesperrt. Daher kann unsere Maschine nicht planmässig landen. Der Abflug verspätet sich um 1 Stunde. Nun gut, wir laufen ein wenig rum und setzen uns dann ins Mini-Abfluggate und sehen zu wie unsere Koffer eingeladen werden. Bald schon können auch wir einsteigen in die Embraer 170 mit 76 Plätzen. Man kommt sich ja fast vor wie in einem Privatjet. Es dauert nicht lang und schon heben wir ab und fliegen über den Bodensee. Ein einmaliges Erlebnis. Der Flug ist kurz, es gibt jedoch sogar etwas zu Trinken und einen kleinen Snack. Nach 1 Stunde und 40 Minuten landen wir am Flughafen Neapel. Der Koffer ist schnell abgeholt und draussen wartet schon unsere Reiseleiterin für den Transfer zum Hotel.

Am Flughafen Neapel wird die Gruppe aufgeteilt. Die einen machen eine Reise durch Apulien, die anderen die Amalfiküste. Mit dem Bus fahren wir in das ca. 1 Stunde entfernte Sorrent rsp. einen Vorort von Sorrent, Sant’Agnello. Auf der Strecke kommen wir schon ganz nah am Vesuv vorbei und an der bezaubernden Küste. Es werden 2 Hotels angefahren, das teurere 5 Sterne Hotel Mediterraneo und das günstigere 4 Sterne Hotel Caravel, welches wir gebucht haben aus einem bestimmten Grund, aber dazu später. Check-in geht schnell und wir beziehen auch gleich unser Zimmer im 4. Stock mit Balkon und toller Aussicht aufs Meer. Das Zimmer ist ok, fürs Bett bestellen wir an der Reception noch einen Topper, da es uns sonst zu hart scheint. Das Bad ist mit Dusche in der Badewanne, was ich zwar nicht so gerne habe, ist gross und in Ordnung. Der Pool sieht von oben gut aus und auch die Dachterrasse zum Sonnen ist schön. Haben wir leider beides nicht genutzt, wir hatten einfach keine Zeit dafür.

Meistens buche ich Flug und Hotel selber bei unseren Reisen, normalerweise nur mit Frühstück, da mich diese Buffets nicht sonderlich begeistern. Aber weil man bei People’s Air für die „Sommerreisen“ den Flug nicht alleine buchen kann, sondern nur als gesamtes Arrangement mit Hotel und Ausflüge haben wir uns halt dann für dieses Paket entschieden und wollen uns überraschen lassen. Nach dem Einchecken gibt es noch einen Begrüssungscocktail wo wir den weiteren Ablauf erfahren. Danach spazieren wir noch kurz ins Zentrum von Sant’Agnello und kaufen uns etwas Wasser und etwas zum Knabbern fürs Zimmer.

Um halb 7 müssen wir im Speisesaal sein, dann gibt es für die Reisegruppe das Abendessen. Unsere Gruppe umfasst etwa 15 Personen. Wir werden an 6er Tische platziert irgendwo vor dem Büffet in eine Ecke gedrückt. Der Speisesaal ist nicht einladend, gefällt uns gar nicht. Es gibt ein Vorspeisenbüffet mit Salate und diverse kalte Speisen, dann kann man sich aus einer Karte 3-Gänge auswählen. Es geht alles zack-zack, der Kellner ist unfreundlich und macht pampige Witze, das Essen empfinden wir beide als unterdurchschnittlich, für Italien nicht akzeptabel. Wir sind enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht. Wir haben es nicht besser erwartet. Wir sind uns einig, dass wir für den Rest der Woche nicht mehr im Hotel zu Abend Essen werden. Das ist der Grund weshalb wir das günstigere Hotel gewählt haben, da wir schon im Voraus wussten, dass wir hier bestimmt nicht zufrieden sein werden mit dem Essen.

Auch die Übersetzungen auf der Karte waren zum Lachen. Die Nudeln waren noch das Einzige, das einigermassen gut war.

In der Bar nehmen wir noch einen Absacker, dann gehen wir ins Zimmer und setzen uns noch ein paar Minuten auf den Balkon. Morgen geht es schon früh mit einem Spaziergang durch Sorrent los. In der Nacht regnet es heftig. Na hoffentlich bessert sich das Wetter.

Am nächsten Morgen scheint zum Glück wieder die Sonne. Es sind noch ein paar Wolken da und es ist etwas frischer geworden. Das Frühstück, am selben Tisch wie gestern abend, ist passabel, es hat zwar kein gutes Brot und die Auswahl an Käse und Wurst ist klein, dafür hat es Unmengen von Kuchen und Torten. Der Kaffee verdient den Namen Kaffee nicht und das in Italien, „Mamma mia che disastro“. Ich kann wenigstens noch einen Cappuccino bei einem anderen Kellner bestellen, der ist aber auch nicht viel besser. Da man das Abendessen schon beim Frühstück bestellen muss, sagen wir dem Kellner, dass wir nicht hier essen werden sondern in die Stadt Sorrent gehen. Da sagt doch dieser Frechdachs – ah wir seien wohl Kapitalisti.

Die Reiseleiterin holt uns beim Hotel ab und wir laufen hinunter zum anderen Hotel die restliche Gruppe abholen. Dann geht es zu Fuss den Terrassen mit herrlicher Aussicht zum Vesuv entlang bis zu einem Restaurant, wo morgen das Abendessen in einem lokalen Restaurant stattfindet. Das Essen ist natürlich wieder sehr früh um 19:00 Uhr reserviert. Da wir morgen selbständig nach Ischia fahren und die Fähre erst um 18:35 h zurück ist und wir dann von dort mit dem Bus nach Sant’Agnello zurückfahren müssen, frage ich die Reiseleiterin ob es egal ist, wenn wir etwas später dort ankommen. Sie fragt im Restaurant nach. Wenig später teilt sie uns mit, dass das Restaurant nicht auf uns warten könne. Die Fähre kommt sowieso mit mind. 1 Stunde Verspätung an. Egal, dann essen wir eben morgen auch auswärts.

Mit dem Bus fahren wir nach Sorrent und besichtigen die Stadt und spazieren ein Stück hinunter zur Marina piccola. Hier hat es Unmengen von Restaurants, wunderschön, mit Tischen draussen und zum Glück im Oktober nicht mehr so viele Touristen. Da werden wir bestimmt etwas für uns finden.

Die Stadt hat viele schmale Gassen und sehr viele Läden, die typische Produkte der Amalfiküste verkaufen, hauptsächlich mit und aus Zitronen. Auch kommen wir an vielen Restaurants und Cafés vorbei. Bei der Kirche machen wir eine kleine Pause.

Im Anschluss fahren wir mit dem Bus hinauf in die Hügel von Sorrent in eine Farm. Dort können wir zusehen, wie Mozzarella gemacht wird, wir spazieren durch einen Olivenhain und sehen uns die Olivenpresse an. Es hat auch viele Zitronen- und Orangenbäume. Dann werden wir mit diversen Produkten bei einem Mittagessen verwöhnt.

Das Essen ist gut, jedoch schade, dass auf Plastiktellern serviert wird. Nach dem Essen können wir im Hofladen noch Liköre probieren. Limoncello ist ja hier sehr beliebt. Leider habe ich den gar nicht gerne. Wir schauen uns lieber die Aussicht von hier oben auf Sorrent an.

Mit dem Bus geht es wieder zurück zum Hotel und für morgen haben wir einen freien Tag. Die Reiseleiterin gibt noch ein paar Tipps aber wir wissen ja schon wo wir hingehen. Wir ruhen uns kurz auf dem Zimmer aus und fahren gegen Abend mit dem kostenlosen Hotelshuttle ins Zentrum von Sorrent.

Bei einer Bar mit Aussicht aufs Meer genehmigen wir uns einen Apérol Spritz, rsp. Andi einen Limoncello Spritz. Dazu werden kostenlose Häppchen und Snacks gebracht, sogenannte Stuzzicchini. Das ist vielerorts in Italien üblich, dass man zu einem Aperitiv etwas gratis zum Essen dazubekommt. Drum lieben wir so den Apéro in Italien. Anschliessend spazieren wir durchs Zentrum und suchen uns ein Lokal wo wir draussen essen können.

In einer schmalen Gasse entdecken wir ein Restaurant wo man noch draussen essen kann. Wir bestellen Tartar und gefüllte Zucchiniblüten zur Vorspeise und gebratene Fischfilets als Hauptspeise. Zum Dessert teilen wir uns ein Panna Cotta. Das Essen war ausgezeichnet, schön präsentiert, der Kellner sehr freundlich und wir haben es genossen draussen zu essen und nicht im Hotelspeisesaal. Nach dem Essen bummeln wir noch etwas durch die Stadt und fahren dann mit dem Hotelshuttle wieder zurück nach Sant‘ Agnello. Morgen geht es nach Ischia.

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