
Nachdem wir auf unserer Reise Amalfiküste 2024 Sorrent, Ischia, Capri und die Amalfiküste erkundet haben, ist nun ein Besuch der Stadt Neapel fällig. Wir waren schon einmal mit einem Kreuzfahrtschiff in Neapel 2007. Haben damals aber nur einen Ausflug nach Pompeji gemacht und nicht viel von der Stadt gesehen. Wir möchten heute soviel wie möglich sehen. Deshalb fahren wir alleine nach Neapel und nicht mit der Reisegruppe. Auch wir starten nach dem Frühstück und fahren vom Bahnhof Sant’Agnello mit dem Zug, der Circumvesuviana direkt ins Zentrum Neapels für E 4.60. Zum Glück ist es ausserhalb der Saison und der Zug somit noch nicht voll und wir bekommen noch einen Sitzplatz. Bei den nächsten Stationen füllt sich der Zug und etliche Leute müssen stehen. In Pompeji steigen aber viele aus und somit gibt es wieder Platz im Zug. Nach 1 Stunde und 10 Minuten kommen wir in Napoli Garibaldi an. Von hier aus laufen wir zu Fuss durch die Altstadt und sehen uns die bekannten Sehenswürdigkeiten an.









Der Bahnhofplatz, Piazza Garibaldi, ist riesig und modern. Die Gassen in die Altstadt sind eng, speziell, überall hängen Wimpel und Maradonna wird an jeder Ecke verehrt. Wir spazieren zum Dom und sehen uns dieses imposante Bauwerk auch von innen an.




Der Duomo San Gennaro ist riesig mit mehreren integrierten Kirchen und Kapellen. Leider haben wir nicht endlos Zeit und so begeben wir uns weiter auf unserem Rundgang und kommen bei ein paar Kirchen vorbei und der Krippenstrasse. Hier werden Krippenfiguren von unzähligen Stars und Royals und Prominenten verkauft. Etwas bizarr das Ganze, oder wer möchte schon an Weihnachten Donald Duck oder Rambo in der Krippe stehen haben?? Na ja, lustig zum ansehen.






Wir laufen auf der Spaccanapoli, was soviel heisst wie Napoli auseinanderbrechen, weil die Gasse schnurgerade durch Napoli verläuft und staunen über dies und das. Bei der Basilika Santa Chiara besichtigen wir den einmaligen Kreuzgang, der mit Majolika Fliesen geschmückt ist. Ein ruhiger, schöner Ort in der trubeligen, lauten Stadt zum Durchatmen.











Wir verlassen die Basilika Santa Chiara und stehen vor dem Platz mit der Chiesa Il Gesú Nuovo. Leider ist die Kirche über Mittag geschlossen und so können wir sie nicht besichtigen. Am Himmel sieht es nach Regen aus, also sehen wir zu, dass wir irgendwo in der Nähe einkehren können um etwas Kleines zu essen. Wir finden ein Restaurant, das an der Strasse eine geschützte Terrasse anbietet. Die Lasagne ist gut und günstig und wirklich, kaum sind wir in Sicherheit, kommt ein Platzregen. Er dauert jedoch höchstens eine halbe Stunde und nach dem Essen können wir unsere Sightseeing Tour im Trockenen fortsetzen.










Von hier aus laufen wir weiter zur Funiculare di Montesanto. Mit dieser Standseilbahn fahren wir hinauf zum Castel Sant’Elmo auf dem Hügel Vomero. Wir besichtigen die Festung, d.h. wir spazieren nur oben auf der Festungsmauer von der man rundherum die Aussicht auf Neapel geniessen kann. Das wollte ich unbedingt sehen und auf dem Ausflug mit der Reisegruppe war dies nicht enthalten. Die Aussicht auf Neapel ist wunderschön und von hier oben sieht man auch die Spaccanapoli sehr gut. Es scheint als ob ein Riss durch die Stadt geht.












Nachdem wir genug Bilder von allen Seiten gemacht haben laufen wir zur Funiculare Centrale ein Stück hinunter und fahren mit dieser Standseilbahn ganz hinunter zur Galleria Umberto I. Diese Galleria ist ähnlich wie in Mailand. Eine überdachte Einkaufspassage aus dem Jahr 1891 mit schicken Restaurants und Boutiquen drin. Wieder draussen laufen wir am Theater San Carlo vorbei und kommen zur Piazza del Plebiscito. Ein riesiger Platz auf dem vor ein paar Tage das Treffen der Verteidigungsminister stattfand. Deshalb stehen ein paar Zelte noch auf dem Platz und man kann ihn nicht so schön fotografieren.









Zum Abschluss laufen wir beim Castel Nuovo vorbei und der Piazza Municipio, also am Rathausplatz vorbei, im Hafen stehen zwei Kreuzfahrtschiffe. Wir schauen noch kurz ins Quartiere Spagnoli hinein. Echt spannend diese Stadt, von monumentalen Palästen, riesigen Plätzen zu engen, schmalen, maroden Gassen und gefühlt hundert Kirchen gibt es hier alles. In einer Bar trinken wir einen Maradonna Spritz, natürlich in blau und begeben uns in die Metrostation Toledo, die für ihre kunstvolle Deckendekoration bekannt ist. Von hier aus fahren wir mit der Metro zur Station Garibaldi und wollen mit dem Zug wieder zurück nach Sorrent.















Auf dem Perron des Zuges trifft uns fast der Schlag. Es ist kurz nach 17:00 Uhr und hunderte von Personen wollen mit dem Zug nach Hause fahren. Schlechtes Timing. Das Ticket haben wir schon gelöst für diese Uhrzeit, es geht ja auch hier bereits alles mit App und damit man zum Perron kommt muss man das Ticket bereits entwerten. Trotzdem – so macht es keinen Spass. Wir wollen schon gar nicht eine Stunde stehen. Also wieder raus aus dem Bahnhof. Eine Pizzeria suchen und später nochmals probieren.

Es ist bestimmt nicht die beste Pizza Margherita aber ganz ok und wir müssen nicht mit der Masse im Zug sitzen. Zwei Stunden später probieren wir es nochmal und laufen dazu zum Anfangsbahnhof der Circumvesuviana zur Porta Nolana, die unweit vom Hauptbahnhof entfernt ist. Wir haben Glück, hier ist nicht viel los und das Perron ist leer. Also Billett lösen und auf geht’s. Wir haben einen Sitzplatz und es steigen wenige Leute ein. Auch am Hauptbahnhof steigen nicht so viele dazu und so fahren wir entspannt zurück nach Sant’Agnello.
Neapel hat uns sehr gut gefallen. Wir hatten jetzt nie Angst oder das Gefühl es sei gefährlich. Wie es Abends aussieht können wir nicht sagen, die paar Schritte zum Bahnhof waren easy. In den Aussenquartieren sieht es dann vielleicht anders aus. Entspannter ist sicher die Fahrt mit der Reisegruppe im Bus aber die waren nicht so lange in der Stadt und das Castel Sant’Elmo haben sie nicht besucht und teurer war der Ausflug dann auch.
Zurück im Hotel gehen wir direkt ins Zimmer, setzen uns noch etwas auf den Balkon und lassen den Tag revuepassieren. Morgen kommt der letzte Ausflug, dann fahren wir nach Pompeji und laufen ein Stück den Vesuv hinauf. Na hoffentlich spuckt er dann nicht.
