Herbstferien im Engadin

Im September 2020 beschliessen wir ein paar Tage im Engadin zu verbringen. 4 Tage in Celerina, bei St. Moritz und 4 Tage in Scuol. Bei der Anreise fahren wir beim Landwasserviadukt vorbei und sehen uns dieses bekannte Bauwerk mal aus der Nähe an. Wir fahren von Thusis aus Richtung St. Moritz. Auf der Albulastrasse, vor Filisur kommt ein Parkplatz auf der linken Seite.

Vom Parkplatz laufen wir ein Stück einen Weg und kommen dann zu dieser imposanten Ansicht der 65 m hohen und 135 m langen Bahnbrücke. Wir laufen unten durch, machen viele Fotos und gehen dann wieder zurück zum Auto. Dann fahren wir weiter über den Albula nach La Punt.

Von La Punt ist es nicht mehr weit und wir erreichen unser heutiges Ziel – Celerina. Im Hotel Chesa Rosatsch werden wir die nächsten Nächte bleiben. Das verwinkelte Hotel, das aus 4 zusammengebauten Häusern besteht, gefällt uns gut. Zuerst erkunden wir die Gegend um Celerina. Wir spazieren ums Dorf, dem Inn entlang, der hier noch sehr klein ist.

Am Abend essen wir im Restaurant Uondas, das sich im Hotel befindet und in der Gegend sehr bekannt ist. Das Essen ist ausgezeichnet, der Service sehr zuvorkommend.

Am nächsten Morgen wollen wir in die Höhe. Dazu fahren wir mit der Bernina Bahn zur Seilbahnstation Diavolezza. Wir haben vom Hotel zum Arrangement einen Wanderpass mit dem wir kostenlos alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können sowie sämtliche Bergbahnen in der Gegend. Das müssen wir natürlich ausnutzen.

Die Aussicht von 2978 m Höhe ist gigantisch. Wir sehen den Persgletscher und den Morteratschgletscher, den Piz Bernina und den Piz Palü. Traumhaft. Die Luft ist dünn hier oben und deshalb verzichten wir auf eine Wanderung auf den Munt Pers. Wir geniessen die Aussicht und laufen einmal rund um die Bergstation. Mit der Seilbahn fahren wir wieder hinunter ins Tal und mit dem Zug bis St. Moritz.

Vom Bahnhof St. Moritz kann man mit der längsten Rolltreppe, die ich je gesehen habe hinauf ins Dorf fahren. Oben haben wir uns etwas umgesehen und sind dann mit dem Bus nach Celerina gefahren.

Wir sind gerade noch rechzeitig zum Zvieri zurück im Hotel. Für Hotelgäste ist Kaffee und Kuchen kostenlos. Auf der schönen Terrasse lässt sich die Sonne geniessen, allerdings bläst hier immer eine frische Brise.

Nach der kleinen Pause laufen wir noch zur Kirche San Gian in Celerina.

Den Abend verbringen wir im Hotel. Zuerst mit einem Apéro an der Bar und dann haben wir im Heimatli, auch ein Restaurant im Hotel Chesa Rosatsch, einen Tisch reserviert und geniessen hier Schweizer Spezialitäten.

Das Essen war sehr gut aber auch deftig und die Portion sehr gross. Leider hatte kein Dessert mehr Platz. Das nächste Mal würde ich die Suppe weglassen. Das war eindeutig zuviel des Guten.

Am nächsten Morgen wollen wir den Piz Nair erkunden. Dazu fahren wir nach dem feinen Frühstück mit dem Bus nach St. Moritz. Von dort geht es mit der Standseilbahn auf die Corviglia und von dort mit der Seilbahn auf den Piz Nair auf 3056 m. ü. M.

Auf der Gipfelplattform steht aktuell die Tiny House Gondel, in der man übernachten kann. Man ist dann ganz alleine dort oben und am Morgen kann man den Sonnenaufgang beobachten. Ist bei schönem Wetter sicher ein ganz tolles Erlebnis.

Wir geniessen die Aussicht, es ziehen ein paar Wolken herum. Dann fahren wir mit der Gondel wieder hinunter auf die Corviglia und wandern von dort am Alpsee vorbei nach Marguns. Wir haben leider unsere Wanderstöcke zu Hause vergessen, weshalb wir nicht zu steile Wanderung machen können. In einem Sportgeschäft in Celerina haben wir noch ein paar ausgelehnt, damit wir wenigstens je einen Stock haben.

Von Marguns fahren wir mit der Gondel hinunter nach Celerina und kommen genau richtig zum Zvieri ins Hotel.

Nach der Stärkung beschliessen wir noch etwas zu wandern ins nächste Dorf nach Samaden. Ein schöner Weg führt uns dem Inn entlang durch die flache Gegend.

In Samaden spazieren wir durch das hübsche Dorf und genehmigen uns in einer Gartenwirtschaft einen Apéro. Dann fahren wir mit dem Bus wieder zurück nach Celerina. Heute abend haben wir im Restaurant Arturo in Celerina reserviert.

Ich esse eine Kürbissuppe und Rehschnitzel, Andi entschliesst sich für einen Salat und Fischknusperli. Es ist alles sehr lecker und wir schliessen den Abend mit einem Vermicelle ab, das wir teilen. Leider habe ich es vergessen zu fotografieren.

Am nächsten Morgen machen wir uns wieder bei Zeiten auf den Weg mit dem Bus nach Surlej zur Talstation der Corvatschbahn. Mit der Seilbahn fahren wir hinauf auf den Corvatsch auf 3303 m.ü.M.

Von der oberen Platform der Corvatsch Seilbahnstation hat man eine super Rundumsicht auf die Berge, Gletscher, den Silsersee und den Silvaplanersee. Es hat noch Schnee auf den umliegenden Gipfeln und wir sehen einen Bergsteiger, der auf den Gipfel des Corvatsch im Schnee hinaufstapft. Nachdem wir die Aussicht genossen haben und viele Bilder geschossen haben, fahren wir mit der Seilbahn zur Mittelstation Murtèl. Hier laufen wir ein wenig hinunter zu einem Aussichtspunkt.

Wir fahren dann mit der Seilbahn wieder hinunter nach Surlej. Man hätte ja auch laufen können, aber da wir unsere Wanderstöcke nicht dabei hatten, sind wir lieber vorsichtig. Beim Abwärtslaufen hatte ich auch schon schlimme Knieschmerzen, das wollen wir nicht riskieren. Mit dem Bus geht es dann nach St. Moritz Bad.

Nachdem wir auf dem Corvatsch nicht gewandert sind, nehmen wir uns den St. Moritzer See vor und umrunden diesen schön gemütlich.

Nach diesem schönen Spaziergang um den See fahren wir mit dem Zug nach Celerina.

Am Abend laufen wir zur Pizzeria Cresta Run, ganz am Ende von Celerina und essen dort eine sehr leckere Pizza.

Dies war der letzte Abend im Oberengadin, morgen geht es ins Unterengadin nach Scuol. Aber vorher wollen wir hier noch eine schöne Panoramawanderung machen.

Also machen wir uns am Morgen frisch gestärkt nach dem Frühstück und gepackt und ausgecheckt im Hotel auf den Weg zur Talstation der Muottas Muragl Standseilbahn. Von Celerina aus haben wir das schöne Panoramarestaurant in der Höhe gesehen und beschlossen, dass wir da noch hinauf müssen. Also geht es mit der alten Standseilbahn schön gemächlich in die Höhe auf 2453 m.ü.M. Oben angekommen hat man wieder eine tolle Aussicht auf Celerina, St. Moritz, das Rosegtal usw. Das Panoramarestaurant sieht wirklich ganz toll aus. Hier muss es sehr schön sein zu Abend zu essen und das Panorama zu geniessen. Wir haben aber keine Zeit zum geniessen, wir wollen heute eine Wanderung machen. Von Muottas Muragl wandern wir auf dem Höheweg via Unterer Schafberg zur Alp Languard, von dort fahren wir mit der Sesselbahn hinunter nach Pontresina und mit dem Postauto zurück zur Talstation der Muottas Muragl Seilbahn. Diese Wanderung hat uns sehr gut gefallen, nicht zu steil, durch herrliche Landschaft, Murmeltiere gehört, schöne Vegetation und von überall super Aussicht ins Tal. Wir brauchten ca. 3 Stunden mit einem Jausenhalt im Unteren Schafberg.

Nach dieser tollen Wanderung fahren wir mit dem Auto nach Scuol. Dazu brauchen wir ein knappe Stunde.

Wir beziehen zuerst unser schönes Zimmer im Badhotel Belvair, von welchem wir einen direkten Zugang zum Thermalbad Bogn Engiadina haben. Das Bad ist im Übernachtungspreis inkludiert, sowie die Benutzung des römisch-irischen Bades. Wir haben noch Zeit bis zum Abendessen und begeben uns auf eine kurze Entdeckungs-runde durch den alten Dorfkern von Scuol. Wir sind fasziniert von den schön restaurierten Engadinerhäusern mit den Sgrafittomalereien und den Erkern sowie den typischen grossen runden Eingangstoren.

Im Hotel Belvair haben wir im Arrangement das Abendessen inkludiert, somit begeben wir uns ins Bistro Belvair, wo wir ein gutes 3-Gänge-Menu geniessen.

Am nächsten Morgen nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel begeben wir uns für ein paar Stunden ins Thermalbad Bogn Engiadina und geniessen den schönen Vormittag im angenehm warmen Wasser. Wir haben Glück, es sind wenig Leute da, am Nachmittag kommen immer mehr Badegäste und wir beschliessen zurück ins Zimmer zu gehen. Nach dem Zvieri, der auch hier inbegriffen ist, begeben wir uns auf die Scuoler Brunnentour. In Scuol entspringen verschiedene Quellen mit Mineralwasser. An mehreren Brunnen im und ums Dorf kann man dieses Mineralwasser degustieren. Es schmeckt jedoch sehr eigenartig, vermutlich dann doch zu gesund für meinen Geschmack. Aber wir haben überall probiert.

Nach dieser interessanten Brunnentour durch Scuol ist es Zeit für einen Apérol auf einer sonnigen Terrasse. Man merkt, dass man recht hoch in den Bergen ist, denn sobald die Sonne weg ist, wird es empfindlich kühl.

Das Abendessen können wir heute im Thailändischen Restaurant Nam Thai einnehmen. Das Ambiente im Thairestaurant hat uns sehr gut gefallen, das Essen war ausgezeichnet.

Am nächsten Morgen ist wieder eine längere Wanderung angesagt. Auch hier sind die Bergbahnen im Arrangement inkludiert. Somit begeben wir uns zur Gondel nach Motta Naluns. Von hier führt ein breiter, fast ebener Höhenweg nach Prui. Von dort geht es mit der Sesselbahn hinunter nach Ftan und von dort zu Fuss, einem schönen Panoramaweg entlang zurück nach Scuol. Für die ganze Tour mit Gondelfahrt und Sesselbahn brauchen wir ca. 3 1/2 Stunden. Eine schöne einfache Wanderung, die uns sehr gut gefallen hat.

Nach dieser schönen Wanderung haben wir Hunger bekommen und kehren in Scuol in einem Gartenrestaurant ein, um uns mit einem Flammenkuchen zu stärken.

Am Nachmittag gehen wir nochmals ins Thermalbad und in die Sauna und geniessen den herrlichen Nachmittag. Wir haben eine so schöne Woche erwischt mit viel Sonne und warmen Temperaturen. 2 Wochen später hat es im Engadin geschneit.

Das Abendessen haben wir wieder im Hotelrestaurant Bistro Belvair eingenommen, ein feines 3-Gang-Menü.

Am nächsten Tag fahren wir am Vormittag nach dem feinen Frühstück mit dem Auto nach Tschlin. Wir waren dort vor etwa 35 Jahren an einer Hochzeit eingeladen und seitdem nicht mehr in dieser Gegend.

Ein schönes Dorf. War uns 1985 gar nicht so aufgefallen. Die Hochzeit war in der Kirche ganz unten rechts und die Feier im Restaurant Muttler, unten links, das mittlerweile nicht mehr in Betrieb ist. So langsam konnten wir uns wieder an das Fest erinnern, leider haben wir keine Fotos davon.

Zurück im Hotel haben wir nochmals das Thermalbad bognengiadina aufgesucht. Wir hatten ja noch einen Termin im Arrangement mit dem Römisch-irischen Bad. Das war ein sehr schönes Ritual für Körper, Geist und Seele. Wir haben es so richtig genossen.

Am Abend gab es wieder ein feines Abendessen im Hotelrestaurant.

Am nächsten Morgen heisst es für uns nach dem Frühstück wieder Koffer packen und auschecken. Das Auto dürfen wir noch in der Tiefgarage lassen bis am Nachmittag. Da unsere besten Freunde auch im Engadin Ferien machen und gestern angereist sind, entschliessen wir uns spontan eine kurze Wanderung gemeinsam zu machen. Mit dem Postauto fahren wir nach Sent. Wir besichtigen das schöne Dorf und laufen dann zurück nach Scuol.

Ein schöner Urlaub geht zu Ende. Das Engadin bietet soviel Abwechslung, schöne Landschaften zum Wandern, hohe Berge zum Erklimmen oder mit der Seilbahn erreichbar, gute Gastronomie und tolle Hotels. Uns hat es sehr gut gefallen und wir werden sicher wieder ins Engadin in die Ferien gehen. Hier trifft „warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah“ voll zu. Corona hat uns wieder mal gezeigt, dass man auch in der Schweiz schöne Ferien machen kann.

Auf der Heimreise gibt es noch einen Halt für den Grandtour-Fotospot vor Davos.

2 Kommentare zu „Herbstferien im Engadin

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