Südtirol

Trentino

Wir fahren über den stellenweise schmalen Mendelpass, der von vielen Motorradfahrern befahren wird nach Malosco ins Val di Nons. Im Blumenhotel Belsoggiorno checken wir für 3 Tage ein. Ich habe von meinen Arbeitskollegen zum Abschied einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende erhalten und diesen lösen wir jetzt hier ein. Ich glaube ansonsten wären wir gar nie hierhergekommen. Südtirol ist für uns immer nur die Gegend Alto Adige gewesen, im Trentino sind wir noch gar nie gewesen ausser einmal in der Stadt Trento.

Wir bekommen im 3* Hotel Belsoggiorno ein grosses Zimmer mit Balkon und herrlicher Aussicht auf die Umgebung. Das Hotel ist ein Familienbetrieb, sogar der Opa ist überall am Aushelfen. Die Zimmer sind rustikal eingerichtet, das Bad etwas in die Jahre gekommen. Die Wellnessanlage, Pool und Sauna sind neu renoviert und sehr schön gestaltet. Der Garten lädt ebenfalls zum Verweilen ein. Nachdem wir uns eingerichtet haben, nützen wir die Zeit um Pool und Sauna zu testen. Da man ein Zeitfenster (coronabedingt) reservieren muss, sind wir fast alleine im Wellness-bereich, was wir sehr schätzen. Danach geniessen wir noch eine Weile die tolle Aussicht von unserem Balkon bevor wir uns zum Nachtessen begeben. Auch hier haben wir das Abendessen inkludiert, allerdings kostet hier eine Übernachtung mit Halppension nur ein Drittel von dem was wir im Hotel Fayn dafür aufwenden mussten.

Das Restaurant ist sehr einfach gehalten, erinnert eher an eine Kantine. Obwohl sehr viel Platz ist, werden alle Tische im selben Bereich besetzt. Ein 4-Gang Menü mit Salat wird uns hier im Schnellzugstempo serviert vom Opa höchstpersönlich. Das Essen ist nicht vergleichbar mit dem im Hotel Fayn aber durchaus lecker und gut, einfach bodenständige Hausmannskost. Was mich allerdings ein bisschen störte, war, dass ein Gang nach dem anderen zügig serviert wurde. In einer halben Stunde war man schon mit dem Menü durch. Na ja vielleicht wollte Opa noch eine Sendung im TV schauen und hat deshalb Gas gegeben.

Am nächsten Morgen nach dem italienischen Frühstück machen wir uns auf dem Weg nach Fondo, um dann zum Lago Smeraldo zu laufen. Leider liegt der schöne See noch arg im Schatten und es ist sehr kühl am See. Wir haben dann einen spannenden Weg durch eine kleine Schlucht zurück nach Fondo gefunden, der einige interessante Ausblicke bot.

In Fondo laufen wir durch das Dorf und auf einen Hügel zu einer Kapelle. Dann kehren wir wieder zurück zum Hotel. Den Nachmittag verbringen wir wieder im Wellnessbereich und beim Sonnen auf dem schönen Balkon.

Das Abendessen dürfen wir wieder rasant zu uns nehmen, danach genehmigen wir uns an der schönen, neu gestalteten Bar im Hotel einen Gin Tonic, der mich sogar angelacht hat.

Es gab immer pro Tisch eine Schlüssel Salat, die man selber mit Essig und Öl und Salz und Pfeffer anmachen musste und dann aufteilen. Bei den einzelnen Gängen konnte man zwischen 2 Sachen wählen. Hier hatte ich Suppe und André Pasta gewählt.

Gin Tonic mit lachendem Gesicht

Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück gleich losgefahren nach Sanzeno. Heute wollen wir das Sanctuario San Romedio besuchen. Wir parkieren unser Auto beim Museo Retico. Dort beginnt der Felsenweg zum Kloster des heiligen Romedius. Der Weg schlängelt sich dem Felsen entlang und ist sogar zum Teil in die Felsen geschlagen. So hat man einen spektakulären Weg mit tollen Aussichtspunkten bis zum Kloster. Es führt auch eine kleine Strasse am Talboden entlang bis zum Parkplatz unterhalb des Klosters aber der Felsenweg ist natürlich viel interessanter.

Für grössere Menschen heisst es an manchen Stellen „Kopf einziehen“, wir sind zum Glück klein und kommen fast überall gut durch. Nach etwa einer halben Stunde haben wir den Parkplatz des Klosters erreicht. Jetzt geht es noch steil über 131 Stufen hinauf zum Kloster über „Bollestei“.

Das Kloster wurde mehrmals vergrössert und immer weiter in die Höhe gebaut. Über viele Treppen geht es ganz hinauf.

Zu oberst auf dem Felsen hat es einen schmalen Balkon, fast wie auf einem ein Schiff. Das Kloster wurde auf dem Grab des heiligen Romedius gebaut, ein Eremit, der auf einem Bären durch das Trentino gereist sei. Im Garten des Kloster lebt sogar noch ein Bär, vermutlich aber nicht der, mit dem der hl. Romedius geritten kam.

Danach wandern wir den Felsenweg wieder retour zum Auto und fahren wieder zurück zum Hotel. Hier geniessen wir noch die herrliche Abendstimmung von unserem Balkon aus.

Dieser Ausflug hat uns sehr gut gefallen, er wurde uns vom Opa im Hotel empfohlen.

Tolle Abendstimmung vom Hotelbalkon

Danach noch das letzte Abendessen im Hotel und morgen wollen wir früh raus, da wir über den Passo Tonnale, den Passo Aprica und durch das Veltlin zurück in die Schweiz fahren. In Locarno wollen wir noch ein paar Tage geniessen bevor es endgültig nach Hause geht.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück checken wir aus und werden von der Familie Marini herzlich verabschiedet, bekommen sogar noch eine selbstgemachte Marmelade geschenkt, die natürlich der Opa gemacht hat – wer denn sonst :-)))

Wir fahren über die 2 Pässe ins Valtellina und am Comersee vorbei nach Gandria und dann nach Locarno. Die Strassen sind teilweise eng und abenteurlich, aber die Gegend sehr schön und ausserdem ist ja das Wetter gut, dann nimmt man auch gerne eine unkonventionelle Autofahrt in Kauf. Nach 5 1/2 Stunden treffen wir in Locarno ein und sind froh, dass wir am vorläufigen Ziel sind.

Südtirol hat uns wieder einmal sehr gut gefallen, das Trentino ist auf jeden Fall auch eine Reise wert.

Ein Kommentar zu “Südtirol

  1. Hach… herrliche Bilder. Den Fluela-Pass kenne ich aus dem Sommer, Südtirol natürlich auch. Den Algunder Walweg bin ich auch schon entlang geschlendert. Danke für die schönen Erinnerungen!

    Liebe Grüße, Jörg vom Outdoorblog „Outdoorsuechtig“

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