Gent

Auf unserer Rundreise durch Belgien haben wir Lüttich, Brüssel, Antwerpen, Brügge gesehen und als letzte Stadt ist jetzt Gent noch dran. Von Brügge aus benötigt man ca. 45 Minuten nach Gent und so sind wir am späten Vormittag schon in vor Ort. Wir wollten ein spezielles Hotel und buchten das Hotel Monasterium Poort Ackere, das früher einmal ein Kloster war, ganz nah am Zentrum ist und über private Parkplätze verfügt. Wir können das Auto schon im Klostergarten parkieren, einchecken ist aber erst am Nachmittag möglich. Kein Problem, wir lassen alles im Auto und erkunden schon man das Stadtzentrum, das fussläufig erreichbar ist. Auch in Gent ist es heiss und um die 30 Grad warm. Das kühle belgische Wetter werden wir wohl nicht kennenlernen.

Wir laufen vom Hotel eine Gasse bis zur Leie und dann dem Fluss nach bis zur Korenlei und Graslei, den bekanntesten Plätzen in Gent. Auch Gent ist eine sehr schöne Stadt mit vielen Kirchen und den typischen Gildenhäusern. Sehr schön anzusehen. Auch fällt mir auf, dass in allen Städten der Verkehr stark reduziert ist. Es fahren hauptsächlich Fahrräder herum, aber auch da muss man aufpassen, dass man nicht überradelt wird.

Wir schlendern weiter und kommen bei der Burg Gravensteen vorbei und dem alten Fleeshuis (Fleischmarkt) das aktuell restauriert wird und geschlossen ist. Wir lassen uns durch die Gassen treiben und sehen den Durchgang zur Graffiti-Strasse. Das müssen wir uns genauer ansehen. Anscheinend dürfen sich hier Graffiti-Künstler austoben, dadurch entstehen tolle Ansichten, die nach einer Zeit wieder übersprüht werden vom nächsten Künstler. Eine bunte Gasse.

Auf unserer Runde kommen wir zur Stadthal, ein neues Gebäude, das für Märkte und öffentliche Vorführungen benutzt wird. Dahinter der Belfried, die St. Bavo-Kathedrale, das Stadttheater von Gent, das Rathaus und die St. Nikolaus Kirche. Alles historische Gebäude, die sehr nahe beieinander sind.

Jetzt wird es aber Zeit einen kleinen Happen zu essen. Wir probieren mal die echten Fritten aus dem Frites Atelier. Jaja - gut sind sie schon – aber ich brauche sie nicht jeden Tag.

Mittlerweile ist es Zeit zum Einchecken im Hotel. Wir bekommen eine grosse Suite die in Ordnung ist, unser Sohn muss sich aber mit einem ganz kleinen Doppelzimmer im obersten Stockwerk des Kloster begnügen, das nur ein winziges Fenster hat und gefühlte 40 Grad. Leider sind beide Zimmer ohne Klimaanlage. Dachte nicht, dass eine Klimaanlage in Belgien wichtig wäre. Wir fragen natürlich ob für den Sohn nicht ein anderes Zimmer frei wäre, leider sei alles ausgebucht. Auf Booking.com oder ihrer eigenen Homepage hat es aber noch freie Zimmer angezeigt. Es wird uns aber keine Alternative angeboten. Das Zimmer vom Sohn habe ich nicht fotografiert. Die Zimmer sind auch nicht besonders sauber, die Bettwäsche hat Flecken, an der Decke hängen Spinnfäden, die Möbel sind staubig und die Fenster waren richtig dreckig. Empfehlen würde ich das Hotel nicht unbedingt, trotz des Klosterambiente. Man könnte mehr draus machen. Das Bild der Nonne in der Reception ist noch witzig und das mietbare Restaurant in der Kapelle auch. Aber sonst überzeugt es uns nicht.

Da es im Zimmer zu heiss ist, schliessen wir alle Vorhänge und spazieren ein wenig später wieder in die Stadt. Jetzt ist Zeit für einen Apérol Spritz bei der Wärme. Wir finden auch gleich ein schönes Lokal und schauen dem bunten Treiben zu.

Danach suchen wir ein Restaurant für das Abendessen. Da die meisten Lokale in Belgien immer etwa das gleiche auf der Speisekarte haben entschliessen wir uns nach einem Rundgang für ein Thai-Restaurant. Wir werden nicht enttäuscht, das Essen ist ausgezeichnet und es gibt Reis als Beilage, keine Pommes.

Danach spazieren wir durch das belebte Gent, trinken noch ein Bierchen auf einer Terrasse und warten bis es dunkel wird um die beleuchteten Plätze zu bestaunen. Auch hier in Gent sind die wichtigsten Gebäude schön beleuchtet.

Dann sind wir müde und begeben uns ins Hotel. Wir öffnen alle Fenster, machen Durchzug, so lässt es sich wenigstens etwas schlafen. Auch der Sohn findet dann doch noch seinen Schlaf im heissen Dachzimmer.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, was ok ist, aber nichts Besonderes – da wurden wir in Brügge richtig verwöhnt, kein Vergleich – machen wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum. Heute wollen wir eine Grachtenfahrt hier in Gent machen. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass es wieder sonnig und heiss ist.

Die Grachtenfahrt dauerte auch hier etwa eine Stunde und es war sehr interessant. Man hat einen ganz anderen Einblick in die Stadt vom Wasser aus. Hat uns sehr gut gefallen. Anschliessend spazieren wir noch durch Gegenden, in denen wir gestern noch nicht waren und sehen Allerlei. Wir genehmigen uns noch die letzte belgische Waffel mit Erdbeeren. Morgen geht es ja wieder heimwärts.

Am Nachmittag will unser Sohn noch die Burg Gravensteen besichtigen. Wir haben keine Lust die Burg anzusehen und ziehen es vor uns ein schattiges Plätzchen zu suchen.

Ihm hat die Burg gut gefallen. Vor allem die Aussicht vom Dach hätte wir auch schön gefunden. Die Pause hat uns aber auch gut getan. Für den heutigen Abend gehen wir nach dem Apéro Spaghetti essen. Ich bin erstaunt, die Sauce war wirklich sehr gut, die Spaghetti für meinen Geschmack zu dünn und zu weich. Na ja, sie können halt nur Pommes-frites die Belgier, die sind dafür auch richtig gut.

Am Abend ist noch ein wenig Beleuchtung ansehen angesagt und wir planen die Heimreise. Wir möchten uns nämlich noch das Schiffshebewerk Strépy-Thieu ansehen im Süden Belgiens und dann bis Metz in Frankreich weiterfahren und dort übernachten. So laufen wir zurück zum Hotel und packen unsere Sachen ein, die warmen Kleider waren immer im Koffer verstaut, haben wir gar nie gebraucht.

Auch Gent hat uns sehr gut gefallen. Die Rundreise durch Belgien hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die schönen Gebäude, die Grachten, die lockere Atmosphäre, die vielen Velos und die verkehrsberuhigten Innenstädte haben uns überzeugt. Das Wetter war traumhaft, für Städtebesuch fast schon ein wenig zu heiss, aber wir möchten ja nicht jammern, wir hätten ja auch 2 Wochen Regen haben können.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fahren wir los und unser erstes Ziel ist das Schiffshebewerk Strépy-Thieu, das etwa 1 Stunde von Gent entfernt ist.

Wir besichtigen das Schiffshebewerk und können beobachten wie die Schiffe oben hineinfahren in eine Art Badewanne, dann wird die Wanne hinuntergelassen, das Tor öffnet sich und das Schiff fährt unten hinaus. Sehr spannend das Ganze.

Jetzt heisst es Abschied nehmen von Belgien, wir fahren auf direktem Weg nach Metz, wofür wir etwa 3 Stunden brauchen.

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