Hiroshima / Japan

Von Beppu fuhren zuerst mit dem Sonic Express bis Kokura und von dort mit dem Shinkansen nach Hiroshima. Dafür brauchten wir etwa 2 1/2 Stunden. Der Shinkansen war bequem in Flugzeugbestuhlung eingerichtet und sauste mit bis zu 320 km/Std. auf einem eigenen Schienennetz und ist immer superpünktlich. Der Kondukteur des Zuges verbeugte sich jedes Mal wenn er den Wagen betrat und am anderen Ende wenn er ihn verliess. Interessant. Im Zug war es sehr angenehm und ruhig, kein Herumgeschreie, niemand telefonierte, alles ging sehr gesittet zu und her. Vorbildlich.

Wir kamen in Hiroshima an und fuhren mit dem Bus zum Hotel. Diesmal ein minim besseres Hotel mit einer schönen Aussicht vom Frühstücksraum. Unsere Koffer waren schon da und wir machten uns im Zimmer kurz frisch. Dann ging es schon wieder weiter, eine kurze Strecke zu Fuss zum Friedensmuseum. Wir mussten für den Eintritt etwas anstehen, es hatte viele Leute und Schulklassen, die ins Museum wollten.

Das Friedensmuseum war schon heftig. Im Innern ist es recht dunkel und überall die schrecklichen Bilder mit Erklärungen, die schlagen einem wirklich aufs Gemüt. Es ist beängstigend still, trotz der vielen Menschen, die durch das Museum gehen, man hört nur ab und zu ein Schniefen. Es ist so unfassbar traurig, dass man die Bilder fast nicht ertragen kann. Das war echt ein bedrückendes Erlebnis, vor allem wenn man bedenkt, wie viele Atomwaffen auf der Erde sind und sich bewusst wird, was diese anstellen können.

Nach diesem aufwühlenden Besuch spazierten wir noch durch den Friedenspark und sahen uns die verschiedenen Gedenkstätten an, den Cenotaph – die Gedenkstätte für die Opfer der Atombombe, die Überreste der Handelkammer, die Flamme des Friedens, die Friedensglocke und das Kinder-Friedensmonument mit den Kranichen.

Es ist bereits Abend geworden und wir wollten heute die Spezialität von Hiroshima probieren – Okonomiyaki. Unser Reiseleiter kennt ganz in der Nähe ein sehr beliebtes Restaurant, wo wir diese Art japanischen Pfannkuchen essen können. Allerdings ist das Restaurant so beliebt, dass wir, typisch japanisch, für einen Tisch recht lange anstehen mussten. Wir warteten also ca. 1 Stunde vor dem Restaurant und unterhielten uns mit ein paar jungen Burschen, die im nahegelegenen Fussballstation ein Spiel besucht hatten. Irgendwie verging die Zeit, trotz langem Anstehen und wir konnten jeweils zu sechst an einen Tisch sitzen. Zuerst schauten wir am Tresen zu, wie die Okonomiyaki gemacht wurden, dann bestellte jeder am Tisch seine Version und nach einer Weile kamen die leckeren Pfannkuchen. Im Tisch ist eine heisse Platte eingebaut und so konnten wir die heissen Pfannkuchen vom Tisch „kratzen“ mit einem Spatel und verspeisen. Eine echt super leckere Pfannkuchen-Version. Wir waren begeistert.

Nach diesem leckeren Essen streiften wir noch etwas durch das nächtliche Hiroshima. Wir kamen am schön beleuchteten Hiroshima Castle vorbei und am Orizuru Tower. Leider war die Aussichtsplattform schon geschlossen. Für alles hat man einfach keine Zeit.

Müde von den vielen Eindrücken gingen wir zurück zum Hotel. Am nächsten Tag mussten wir früh raus, denn dann ging es nach Miyajima.

Nach dem Frühstück mit Aussicht auf den Friedenspark machten wir uns auf den Weg zu einem Schnellboot, das uns in 45 Minuten auf die Insel Miyajima brachte. Dort warteten auch schon die Rehe auf uns. Wir spazierten durch das Gelände mit dem imposanten Itsukushima Schrein mit seinem roten Tori sowie der ganzen Tempelanlage umgeben von Wasser.

Eine sehr schöne Tempelanlage und mit dem Tori im Wasser auch ein bekanntes Wahrzeichen Japans. Wir gingen denn ein Stück den Berg hinauf zu einer Gondelbahn. Mit dieser fuhren wir zur ersten Station, dort stiegen wir um und fuhren mit einer kleinen Seilbahn auf den Mount Misen. Oben angekommen begaben wir uns auf eine ca. 30 Min. Wanderung den Hügel ganz hinauf zum höchsten Punkt auf 535 m.ü.M. Ein sehr schöner Aussichtspunkt wartete oben auf uns und wir konnten rundherum blicken.

Danach ging es den Weg wieder hinunter und mit den Seilbahnen zum Ausgangspunkt zurück. Als wir beim Itsukushima Schrein vorbeikamen staunten wir nicht schlecht. Das ganze Wasser hatte sich zurückgezogen und der Tempel und Schrein standen jetzt im Trockenen. Ebbe und Flut sind hier gut sichtbar. Wir machten noch ein paar Bilder und spazierten zurück zum Bootsanleger. Dort bekamen wir vom Reiseleiter noch eine Spezialität der Insel, Momiji Manju, ein mit Bohnenpaste gefülltes Kleingebäck, sehr lecker. Auch die Rehe schienen Interesse daran zu haben. Mit dem Schnellboot ging es dann wieder flott zurück nach Hiroshima.

Zurück im Hotel hatten wir nur kurz Zeit uns frisch zu machen und schon ging das Programm weiter zum Abendessen. Diesmal in einer urigen Kneipe, mit sehr einfacher Einrichtung, ohne langes Anstehen. Gesessen sind wir auf Bierkisten und gegessen haben wir ausgezeichnete japanische Gerichte, wie Edamame, eingelegtes Gemüse, Tempura, Sobanudeln und mehr. Es war wieder alles sehr fein.

Den Abend liessen wir dann in einer Rooftop-Bar ausklingen. Hiroshima hat uns trotz traurigem Hintergrund sehr gut gefallen. Morgen geht es weiter nach Okayama.

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